Die Preseason neigt sich dem Ende zu und die neue Saison der ICEHL steht vor der Tür. Zeit, einen Blick auf die Teams zu werfen und sich mit den Kadern zu beschäftigen, mit denen die 14 Vereine in die neue Saison gehen. Wir stellen die Kader vor, die Bewertung übernehmt ihr: Mit unserem Umfragetool am Ende des Artikels. Last but not least: der Meister aus Graz.

Die Graz99ers gehen als amtierender Meister der win2day ICE Hockey League in die neue Saison. Erstmals in der Vereinsgeschichte stemmten die Steirer im Frühjahr den Meisterpokal in die Höhe – nun wartet die weitaus schwierigere Aufgabe: den Titel zu bestätigen. Dabei hat sich der Kader vor allem in der Defensive verändert, während die Offensive weitgehend zusammengehalten werden konnte. Mit einer Mischung aus Routiniers, bewährten österreichischen Kräften und einigen interessanten Neuzugängen soll der Angriff auf die Titelverteidigung gelingen. Gleichzeitig wartet mit der Champions Hockey League – bisher vier Niederlagen aus vier Spielen – auch international eine zusätzliche Herausforderung auf die 99ers.
Trainer
An der Bande bleibt mit Dan Lacroix ein Mann, der in der vergangenen Saison eindrucksvoll bewiesen hat, dass er Graz zum Erfolg führen kann. Der Kanadier, der als Spieler selbst NHL-Erfahrung sammelte und anschließend auf beiden Seiten des Atlantiks als Trainer tätig war, war im Sommer auch mit dem deutschen Meister Berlin in Verbindung gebracht worden. Lacroix entschied sich letztlich aber für einen Verbleib in Graz und damit für die Mission Titelverteidigung. Bitter ist allerdings der kurzfristige Abgang von Co-Trainer Nate DiCasmirro, der die 99ers Richtung ECHL verlassen hat. Dafür sorgten die Steirer aber für prominenten Ersatz: Der langjährige NHL-Co-Trainer Darryl Williams wird Lacroix unterstützen. Im Torhüterbereich arbeitet weiterhin der Schwede Andreas Eriksson.
Torhüter
Im Tor dürfte Graz erneut hervorragend aufgestellt sein. Maxime Lagacé war in der vergangenen Saison einer der besten, wenn nicht sogar der beste Torhüter der gesamten Liga. Gerade in den entscheidenden Momenten der Playoffs bewahrte der Kanadier seine Mannschaft mit starken Saves immer wieder vor Gegentoren und hatte damit maßgeblichen Anteil am historischen Meistertitel. Der 33-Jährige verfügt zudem über reichlich Erfahrung aus Nordamerika und kann auf Einsätze in der NHL sowie zahlreiche AHL-Spiele zurückblicken. Mit seiner Routine und seinen Leistungen aus der Meistersaison ist Lagacé auch heuer einer der großen Hoffnungsträger der 99ers.
Dahinter hat sich Nicolas Wieser längst als mehr als nur eine Nummer zwei etabliert. Der 29-Jährige erhielt in der vergangenen Saison viel Vertrauen und zahlte dieses mit einer starken Spielzeit zurück. Wieser bewies, dass sich Graz auch auf ihn verlassen kann, wenn er zwischen den Pfosten gebraucht wird. Komplettiert wird das Torhütertrio vom erst 20-jährigen Patrick Grascher, einem jungen österreichischen Schlussmann, der behutsam an das höhere Niveau herangeführt werden soll.
Verteidiger
Deutlich größer war der Umbruch in der Defensive. Mit Korbinian Holzer beendete eine der prägendsten Figuren seine Karriere, Kasper Kotkansalo kehrte nach Finnland zurück und Top-Verteidiger Nick Bailen wechselte ligaintern zu den Vienna Capitals. Auch Anders Koch hat den Verein in Richtung Tschechien verlassen. Damit gingen den 99ers gleich mehrere wichtige Säulen verloren. Zusätzlich sorgte der kurzfristige Abgang von Kilian Zündel für Aufsehen. Der Verteidiger wurde aufgrund eines Dopingverstoßes fristlos entlassen.
Für neue Impulse soll unter anderem Clay Hanus sorgen. Der US-Amerikaner ist ein offensiv ausgerichteter Verteidiger, der mit dem Puck am Schläger viel bewegen kann und über entsprechendes Entwicklungspotenzial verfügt.
Frank Hora gehört dagegen bereits seit Jahren zu den verlässlichen Stützen der Grazer Hintermannschaft. Der 30-jährige US-Amerikaner bringt reichlich Erfahrung aus den nordamerikanischen Profiligen mit und ist mit seiner Physis und seinem kompromisslosen Spiel eine wichtige Konstante in der Defensive. Neu ist auch Ole Julian Bjørgvik-Holm. Der Norweger kommt aus Nordamerika, wo er zuletzt für die Cleveland Monsters in der AHL aktiv war. Mit 191 Zentimetern bringt er Gardemaß mit und könnte der Grazer Defensive zusätzliche Stabilität und Härte verleihen.
Mit David Maier konnten die 99ers zudem einen österreichischen Nationalteamspieler vom KAC nach Graz holen. Der 26-Jährige soll nach dem großen personellen Aderlass dabei helfen, die entstandene Lücke zu schließen. Maximilian Kirchebner kam aus Salzburg und soll sich in Graz weiterentwickeln. Paul Stapelfeldt und Nico Brunner gehören ohnehin seit längerer Zeit zum Stammpersonal und werden auch heuer wichtige Rollen übernehmen.
Dahinter stehen mit Johannes Gruber, Lennart Braun und Paul Reiner drei junge Österreicher, denen die 99ers weiteres Entwicklungspotenzial zutrauen. Gerade Braun und Reiner sind noch sehr jung und sollen Schritt für Schritt an größere Aufgaben herangeführt werden. Die Grazer Defensive ist damit sicherlich jünger und etwas unerfahrener als im Meisterjahr.
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| Kader 2026/27 (unter Vertrag) | Tor: Max Lagace, Nicolas Wieser, Patrick Grascher Verteidigung: Paul Reiner, Paul Stapelfeldt, Kilian Zündel, David Maier, Frank Hora, Clay Hanus, Johannes Gruber, Nico Brunner, Maximilian Kirchebner Sturm: Chris Collins, Nico Feldner, Manuel Ganahl, Paul Huber, Lenz Mossbrugger, Michael Schiechl, Marcus Vela, Nick Swaney, Kevin Conley, Josh Currie, Kevin Roy, Tim Harnisch, Jonas Dobnig, Jakob Lippitsch |
| Bestätigte Zugänge: | David Maier (KAC), Mai Crnkic (Kitzbühel), Clay Hanus (Rapid City Rush), Jonas Dobnig (Innsbruck), Jonas Dobnig, Maximilian Kirchebner (Salzburg) |
| Bestätigte Abgänge: | Nick Bailen (Vienna Capitals), Korbinian Holzer (Karriereende), Kasper Kotkansalo (Kiekko-Espoo), Lukas Kainz (Linz), Anders Koch (HK Mountfield), Mai Crnkic (verliehen nach Bietigheim), Lukas Haudum (TPS), Clemens Krainz (Kitzbühel) |
| Eventuelle Zugänge/Vertragsverlängerungen: | |
| Eventuelle Abgänge: | |
Stürmer
Im Angriff fiel der Umbruch wesentlich kleiner aus. Dennoch muss Graz mit Lukas Haudum einen besonders schmerzhaften Abgang verkraften. Der Offensivspieler wechselte nach Finnland zu TPS Turku und hinterlässt nach seiner starken vergangenen Saison eine große Lücke. Auch Lukas Kainz ist nicht mehr dabei und schloss sich ligaintern den Steinbach Black Wings Linz an. Gerade Haudums Abgang wird für die 99ers nur schwer eins zu eins aufzufangen sein.
Eine der wichtigsten Personalien bleibt Marcus Vela. Der kanadische Center geht heuer als Kapitän voran. Vela konnte im Meisterjahr nicht ganz an seine besten Leistungen anknüpfen und möchte nun wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden. Der 29-Jährige verfügt über reichlich Erfahrung und hat in der Vergangenheit bereits gezeigt, dass er offensiv den Unterschied machen kann.
Mit Josh Currie wurde ein weiterer Routinier gehalten. Der 33-jährige Kanadier besitzt ebenfalls NHL- und reichlich AHL-Erfahrung und bringt jene Abgeklärtheit mit, die gerade in engen Spielen wertvoll ist. Kevin Conley kam in der vergangenen Saison erst spät nach Graz, konnte dort aber auf Anhieb überzeugen. Der vielseitig einsetzbare Angreifer hat sich damit seine weitere Chance bei den 99ers verdient und soll seine Leistungen nun über eine komplette Saison bestätigen.
Auch Kevin Roy ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der Kanadier zeigte bereits bei seiner Zeit in Innsbruck, welche offensiven Qualitäten er besitzt, und soll diese nun in Graz einbringen. Chris Collins ist in der ICEHL ebenfalls bestens bekannt. Der schnelle Kanadier bringt viel Tempo in die Offensive, auch wenn er im Abschluss oft viel liegen lässt.
Erfreulich ist auch, dass der österreichische Kern im Angriff weitgehend erhalten geblieben ist. Paul Huber hat sich in der vergangenen Saison enorm weiterentwickelt und ist inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der Grazer Offensive geworden. Mit seiner Größe und Physis kann der 26-Jährige in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden. Auch Michael Schiechl bleibt trotz seiner 37 Jahre ein wichtiger Faktor. Der Routinier bringt enorme Erfahrung mit und ist nicht zuletzt in der Kabine ein Führungsspieler.
Nico Feldner und Tim Harnisch gehören ebenfalls zum etablierten Stamm und sollen auch heuer wichtige Minuten übernehmen. Neu aus Innsbruck ist Jonas Dobnig, der mit seinen 22 Jahren noch Entwicklungspotenzial besitzt und in Graz den nächsten Schritt machen soll.
Dahinter stehen mit Jakob Lippitsch, Lenz Moosbrugger, Salam Gadzhiev und Clemens Krainz mehrere junge Cracks. Sie müssen nicht sofort zu Leistungsträgern werden, sollen aber ihre Chancen nutzen und für zusätzliche Tiefe sorgen.
Insgesamt präsentieren sich die Graz99ers damit erneut als Mannschaft mit viel Erfahrung und einer guten Mischung aus Imports und österreichischen Spielern. Die Defensive wurde nach den Abgängen mehrerer Leistungsträger neu zusammengestellt, während im Angriff der Kern des Meisterteams erhalten blieb. Im Tor verfügt Graz mit Lagacé über einen absoluten Unterschiedsspieler. Nach dem historischen ersten Meistertitel ist die Ausgangslage damit klar: Die 99ers haben Blut geleckt – und wollen beweisen, dass der Triumph im Frühjahr kein einmaliger Ausrutscher war.
Nun seid ihr dran: Können die Steirer den Titel verteidigen?
| BEREITS VERÖFFENTLICHTE KADERVORSTELLUNGEN |
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| HC INNSBRUCK - Die Haie |
| PIONEERS VORARLBERG |
| FERENCVAROS BUDAPEST |
| HC MILANO |
| BLACK WINGS LINZ |
| EC VSV |
| VIENNA CAPITALS |
| EC RED BULL SALZBURG |
| EC-KAC |
| HCB SÜDTIROL |
| FEHERVAR AV19 |
| OLIMPIJA LJUBLJANA |
| HC PUSTERTAL |
| GRAZ99ERS |
HCI/PAPA Productions










