Paukenschlag bei den Moser Medical Graz99ers: Der österreichische Eishockeyklub hat Verteidiger Kilian Zündel mit sofortiger Wirkung fristlos entlassen. Grund dafür ist eine zweijährige Sperre wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen.
Die Österreichische Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) informierte die Graz99ers über das Verfahren gegen den 25-jährigen Zündel. Demnach verstieß der Spieler gegen die WADA-Regularien und damit auch gegen die Anti-Doping-Bestimmungen des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF.
Konkret geht es um eine verbotene intravenöse Behandlung. Laut ÖADR erhielt Zündel am 30. April 2026 – nach dem Ende der Finalserie und damit nach Abschluss der Saison 2025/26 in der win2day ICE Hockey League – eine intravenöse Infusion von insgesamt mehr als 100 Millilitern innerhalb eines Zeitraums von zwölf Stunden.
Eine solche Behandlung ist nach der WADA-Prohibited List 2026 unter bestimmten Voraussetzungen verboten. Die IIHF-Regularien sehen für den festgestellten Verstoß eine Sperre von zwei Jahren vor. Zündel ist damit bis September 2028 gesperrt.
Der Spieler akzeptierte die Rechtsmaßnahme und verzichtet nach Angaben der Graz99ers auf sämtliche Rechtsmittel.
Behandlung durch Privatarzt
Besonders brisant: Die Behandlung soll laut Klub nicht durch das medizinische Team der Graz99ers erfolgt sein. Präsident Herbert Jerich betont ausdrücklich, dass die Infusion beziehungsweise mögliche weitere Behandlungsmethoden von einem Privatarzt Zündels durchgeführt worden seien. Eine Abstimmung mit dem Verein oder dessen medizinischem Personal habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Für die Graz99ers hatte die Angelegenheit dennoch unmittelbare Konsequenzen. Der Klub entschied sich dazu, den Vertrag mit Zündel fristlos zu beenden.
„Diese Situation trifft uns aus völlig heiterem Himmel“, erklärte Präsident Herbert Jerich in der Aussendung des Meisters. Gleichzeitig stellte er klar, dass der Verein beim Thema Doping eine kompromisslose Linie verfolgt. „Wir sehen damit aber ganz klar unsere Werte sowie die Werte eines fairen, sauberen Sports verletzt. Wir haben beim Thema Doping, in welcher Form auch immer, eine absolute Null-Toleranz“, so Jerich auf der Homepage der 99ers.
Der Klub verweist zudem darauf, dass seine Spieler regelmäßig und engmaschig von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) getestet würden. Diese Tests seien bislang ausnahmslos negativ gewesen. Für die Graz99ers bedeutet der Fall damit nicht nur den Verlust eines Spielers, sondern auch einen erheblichen Imageschaden. Zündel, der 25-Jährige, steht nun bis 2028 unter einer zweijährigen Sperre. Die Graz99ers ziehen gleichzeitig einen klaren Schlussstrich und trennen sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Verteidiger.
Bild: HCI / PAPA Productions









