EC VSV

ICEHL-Kadervorstellung 2026: EC VSV (6/14)

Die Preseason neigt sich dem Ende zu und die neue Saison der ICEHL steht vor der Tür. Zeit, einen Blick auf die Teams zu werfen und sich mit den Kadern zu beschäftigen, mit denen die 14 Vereine in die neue Saison gehen. Wir stellen die Kader vor, die Bewertung übernehmt ihr: Mit unserem Umfragetool am Ende des Artikels.

In unserer sechsten Ausgabe der Kadervorstellung für die Saison 2026/27 blicken wir in den Süden zum VSV. Die Adler scheiterten vergangene Saison im Viertelfinale gegen den späteren Meister Graz99ers. Vor allem offensiv hinterlassen die Abgänge von Adam Helewka und Nikita Scherbak nun eine große Lücke: Das Duo kam gemeinsam auf 93 Scorerpunkte. Auch Philipp Lindner und Dylan MacPherson haben den Klub verlassen. Gleichzeitig wurde gezielt nachgerüstet – der VSV versucht, die verlorene Offensivproduktion künftig auf mehrere Schultern zu verteilen.

Trainer 

Mit Pierre Allard steht beim VSV jener Mann an der Bande, der die Mannschaft bereits in der vergangenen Saison übernommen hat. Der Kanadier trat im Dezember nach der Trennung von Tray Tuomie die Nachfolge an. Zuvor arbeitete Allard unter anderem im Umfeld der Montreal Canadiens in der NHL und war auch in Europa tätig.

Unterstützt wird Allard von einem bestens bekannten Gesicht: Marco Pewal fungiert als Assistant Coach. Der ehemalige VSV-Spieler kennt den Klub aus seiner langen Zeit in Villach bestens und arbeitete vor seiner Rückkehr in der vergangenen Saison als Head Coach beim EC Kitzbühel, mit dem er die österreichische Meisterschaft gewinnen konnte. Als Goaltending Coach ergänzt Ex-Tormann Urban Avsenik das Trainerteam.

Torhüter 

Im Tor setzt Villach auf Kontinuität und geht mit demselben Goalie-Duo wie in der vergangenen Saison in die neue Spielzeit. Joe Cannata ist erneut als klare Nummer eins eingeplant. Der 36-jährige US-Amerikaner bringt enorme Erfahrung aus Nordamerika mit und war vor seinem Wechsel nach Österreich unter anderem in der schwedischen SHL und bei den Löwen Frankfurt aktiv. In seiner ersten VSV-Saison überzeugte Cannata mit einer Fangquote von 92,0 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,45. Auch in den Playoffs war er einer der stärksten Villacher und hielt seine Mannschaft im Viertelfinale gegen Graz mehrfach im Spiel.

Hinter Cannata steht mit René Swette ein österreichischer Routinier. Der 38-Jährige verfügt über zahlreiche Stationen im heimischen Eishockey und bietet damit eine verlässliche Absicherung. Komplettiert wird das Goalie-Trio vom erst 18-jährigen Kilian Streußnig.

Verteidiger 

In der Defensive soll Ryan Sproul als prominenter Neuzugang sofort Verantwortung übernehmen. Der 33-jährige Kanadier verfügt über NHL- und AHL-Erfahrung und kommt aus einer offensivstarken Saison beim slowakischen HK Poprad. In 54 Spielen erzielte Sproul 13 Tore und 31 Assists. Mit 44 Punkten war er damit der punktbeste Verteidiger seines Teams.

Entsprechend klar ist auch die Erwartungshaltung in Villach: Sproul soll nicht nur defensiv zuverlässig agieren, sondern vor allem im Spielaufbau und im Powerplay für zusätzliche Gefahr sorgen. Nach den Abgängen von Philipp Lindner und Dylan MacPherson ist diese offensive Komponente besonders wichtig.

Mit Scott Walford kommt ein weiterer Kanadier hinzu. Der 27-Jährige spielte zuletzt in Schweden für Kalmar und soll vor allem körperliche Stabilität sowie defensive Zuverlässigkeit einbringen. Mit Alex Wall steht zudem ein weiterer routinierter Verteidiger im Aufgebot, bei dem man weiß, was man bekommt. Steven Strong und Thomas Vallant bleiben wichtige österreichische Bausteine.

Dazu kommen Sean Larochelle, der aus der Organisation der Manitoba Moose nach Villach wechselt, sowie Eigenbauspieler Julian Raspotnig und Salburg-Zugang Lukas Schreier. Insgesamt verfügt der VSV damit über eine solide Defensive, in der allerdings einiges von Toptransfer Ryan Sproul abhängen dürfte.

VSV
Kader 2026/27 (unter Vertrag) Tor:
Joe Cannata, Rene Swette

Verteidigung:
Julian Raspotnig, Steven Strong, Alex Wall, Thomas Vallant, Scott Walford, Sean Larochelle, Ryan Sproul, Lukas Schreier, Paul Vaschauner

Sturm:
Kevin Hancock, John Hughes, Nick Hutchison, Felix Maxa, Maximilian Rebernig, Elias Wallenta, Paolo Wieltschnig, Alexander Rauchenwald, Joel Teasdale, Julian Metzler, Kevin Mandl, Joseph Cramarossa, Linus Andersson
Bestätigte Zugänge: Julian Metzler (Pioneers), Scott Walford (Kalmar), Joseph Cramarossa (Augsburg), Sean Larochelle (Manitoba Moose), Lukas Schreier (Red Bull Salzburg), Linus Andersson (MoDo), Ryan Sproul (Poprad)
Bestätigte Abgänge: Guus Van Nes (Pioneers), Brett Budgell (Östersunds), Lukas Moser, Mark Katic (Karriereende), Nikita Scherbak (HC Innsbruck), Philipp Lindner (HC Innsbruck), Luca Erne (Black Wings Linz), Dylan MacPherson (Pilsen), Adam Helewka (Dresden), Dominik Prodinger (Pioneers), Jakob Sintschnig (Zell), Paul Sintschnig, Nico Uschan (beide Halifax Moosehead)
Eventuelle Zugänge/Vertragsverlängerungen:
Eventuelle Abgänge: Nick Hutchison

Angriff

Im Angriff fällt der Umbruch im Vergleich zur Vorsaison am deutlichsten aus. Adam Helewka und Nikita Scherbak, die mit 48 beziehungsweise 45 Punkten die beiden produktivsten Villacher waren, sind nicht mehr dabei. Kevin Hancock bleibt dem VSV dagegen erhalten und dürfte künftig noch mehr Verantwortung übernehmen. Der 28-jährige Kanadier geht bereits in seine vierte Saison in Villach und kam vergangene Spielzeit auf 16 Tore und 27 Assists.

Eine ähnlich wichtige Rolle nimmt John Hughes ein. Der mittlerweile 38-jährige Kanadier ist seit Jahren eine der prägenden Figuren des VSV und längst eine echte Villacher Identifikationsfigur. Seine 33 Punkte aus 54 Spielen der vergangenen Saison reichen zwar nicht mehr an seine absoluten Topscorer-Jahre heran, dennoch bleibt Hughes mit seiner Übersicht und insbesondere im Powerplay enorm wertvoll.

Mit Joël Teasdale steht ein Neuzugang im Kader, der bereits einen Vorgeschmack auf seine Qualitäten liefern konnte. Der 27-jährige Kanadier kam im Frühjahr nach Villach und überzeugte bereits in den Pre-Playoffs gegen Linz mit zwei starken Auftritten. Teasdale ist mit 96 Kilogramm körperlich präsent, bringt gleichzeitig aber auch offensive Qualität mit. Nun soll er über eine komplette Saison beweisen, dass er mehr als nur ein kurzfristiger Impuls sein kann. In den bisherigen Preseason-Spielen ist der Kanadier bereits der beste Torjäger. 

Joseph Cramarossa kommt aus der DEL von den Augsburger Panthern und bringt einen anderen Spielertyp mit. Der 33-Jährige absolvierte zahlreiche AHL-Spiele und kam auch in der NHL zum Einsatz. Zudem kennt er die ICEHL bereits aus seiner Zeit bei den Vienna Capitals. Mit Linus Andersson wurde außerdem ein 28-jähriger Schwede verpflichtet, der zuletzt bei MoDo Hockey aktiv war und zusätzliche offensive Tiefe bringen soll. Andersson kann bereits auf starke Offensivsaisonen in der finnischen Liiga zurückblicken.

Eine besonders wichtige Personalie ist Alexander Rauchenwald. Der Kapitän und gebürtige Villacher konnte aufgrund einer schweren Verletzung in der vergangenen Saison nur 20 Spiele bestreiten und sammelte dabei 14 Punkte. Seine Rückkehr wäre für den VSV deshalb weit mehr als nur das Comeback eines weiteren Stürmers. Rauchenwald bringt Führungsqualität mit und könnte nach vollständiger Genesung wieder eine wichtige Rolle im Zentrum übernehmen.

Mit Maximilian Rebernig und Elias Wallenta verfügt Villach über zwei heimische Cracks, die bereits gezeigt haben, dass sie offensiv für Akzente sorgen können. Felix Maxa zählt ohnehin zum Stammpersonal der Adler. Mit Julian Metzler konnte sich der VSV zudem einen absoluten Wunschspieler sichern. Der laufstarke Vorarlberger hatte den Villachern in der vergangenen Saison noch abgesagt, konnte nun aber verpflichtet werden. Den österreichischen Stamm komplettieren Kevin MandlPaolo Wieltschnig und Jakob Sintschnig. Einen weiteren Stürmer wollen die Adler noch verpflichten. Gleichzeitig ist weiterhin unklar, wie es mit Problemcrack Nick Hutchison weitergeht. Zuletzt gab es Interesse aus Deutschland. 

Der VSV verfügt auch 2026/27 über einen soliden Kader, der grundsätzlich ähnlich einzuschätzen ist wie jener der vergangenen Saison. Die große Frage wird allerdings sein, ob die neu zusammengestellte Offensive die fast 100 Scorerpunkte ersetzen kann, die mit Helewka und Scherbak den Klub verlassen haben.

Im Tor besitzen die Villacher mit Joe Cannata einen soliden Rückhalt, in der Defensive soll Ryan Sproul zusätzliche offensive Qualität einbringen. Gelingt es gleichzeitig den etablierten Leistungsträgern im Angriff, ihre Produktion zu steigern, und kehrt Alexander Rauchenwald vollständig zurück, wird der VSV wohl auch die Saison rund um die Pre-Playoff-Ränge anzusiedeln sein. 

Nun seid ihr dran: Wie weit schafft es VSV in dieser Saison? 

Coming Soon
Wie weit kommt der EC VSV in der Saison 2026/27?
Wie weit kommt der EC VSV in der Saison 2026/27?
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BEREITS VERÖFFENTLICHTE KADERVORSTELLUNGEN
HC Innsbruck - Die Haie
Pioneers Vorarlberg
Ferencvaros Budapest
HC Milano
Black Wings Linz
EC VSV

Bild: VSV/Stefan 

 

 

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