Beim Schweizer Traditionsklub HC Ambrì-Piotta spitzt sich die finanzielle Lage zu. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, soll der Verein mit knapp 30 Millionen Schweizer Franken verschuldet sein. Das entspricht umgerechnet rund 33 Millionen Euro. Für den Klub, der seit 1985 ununterbrochen in der höchsten Schweizer Liga spielt, ist die Situation damit äußerst ernst. Erst kürzlich musste der norwegische Verein Sparta Sarpsborg den Betrieb aufgrund finanzieller Schwierigkeiten einstellen. Auch beim VSV gefährden heftige Schulden den Spielbetrieb!
Größter Brocken ist die Arena
Der größte Teil der Verbindlichkeiten entfällt auf eine Hypothek von rund 22 Millionen Franken, also etwa 24 Millionen Euro. Dabei ist die Zahl allerdings im Zusammenhang mit der neuen Arena zu sehen. Der Bau der modernen Heimstätte kostete rund 50 Millionen Franken beziehungsweise 55 Millionen Euro und befindet sich im Besitz des Klubs. Die hohe Verschuldung ist deshalb nicht ausschließlich auf sportliche oder operative Verluste zurückzuführen, sondern hängt zu einem erheblichen Teil mit der millionenschweren Investition in die Infrastruktur zusammen.
Zusätzlich muss Ambrì-Piotta laut den Berichten noch rund 3 Millionen Franken (3,3 Millionen Euro) an COVID-19-Krediten an den Staat zurückzahlen. Auch private Vorstandsmitglieder sollen noch auf Rückzahlungen von Darlehen warten. Zusammen ergibt sich dadurch eine finanzielle Belastung von knapp 30 Millionen Franken.
Banken und Liga beobachten die Situation
Besonders problematisch ist, dass der Klub zuletzt die Finanzierungsbedingungen mit den vier beteiligten Banken neu verhandeln musste. Auch die Lizenzkommission der National League soll die wirtschaftliche Situation als alarmierend eingestuft haben. Damit steht der Verein vor der Herausforderung, seine langfristige Finanzierung zu sichern und gleichzeitig sportlich konkurrenzfähig zu bleiben.
Zukunft des Traditionsklubs offen
Trotz der hohen Schulden bedeutet die aktuelle Situation nicht automatisch das Ende von Ambrì-Piotta. Ein erheblicher Teil der Verbindlichkeiten steht einem wertvollen Vermögenswert – der eigenen Arena – gegenüber. Entscheidend wird nun sein, ob der Klub gemeinsam mit den Banken und weiteren Geldgebern eine nachhaltige Finanzierungslösung findet.
Bild: https://www.facebook.com/HockeyClubAmbriPiotta/








