Beim Villacher SV spitzt sich die Situation weiter zu. Wie bereits berichtet, steht die Zukunft des Kärntner Eishockeyklubs auf der Kippe. Der VSV benötigt dringend zusätzliche finanzielle Mittel, damit die kommende Saison in der ICE Hockey League wie geplant bestritten werden kann.
Finanzielle Probleme sorgen für Unruhe
Nach Informationen der Kronen Zeitung dürfte sich die finanzielle Situation des Klubs zuletzt deutlich verschärft haben. Demnach soll sich beim VSV ein Bilanzverlust von rund 1,5 Millionen Euro abgezeichnet haben. Die Stadt Villach hatte den Klub bereits im Frühsommer aufgefordert, die finanziellen Unterlagen offenzulegen. Nachdem entsprechende Fristen verstrichen waren, kam es schließlich zur Trennung von Geschäftsführer Martin Winkler.
Auch bei den Einnahmen aus dem Saisonkartenverkauf stellen sich Frage. Es wurden für die Saison 2026/27 mehr als 1300 Abonnements verkauft. Daraus sollen – abzüglich Steuern – rund eine Million Euro eingenommen worden sein. Nun stellt sich die Frage, in welchem Umfang diese Mittel bereits zur Begleichung laufender beziehungsweise vergangener Verbindlichkeiten verwendet wurden.
Zusätzlicher Finanzbedarf
Der VSV steht damit unter erheblichem Zeitdruck. Wie die Kronen Zeitung berichtet, werden aus gut informierten Kreisen zusätzliche Mittel in der Größenordnung von 400.000 bis 500.000 Euro als notwendig angesehen.
Gleichzeitig sollen noch rund 380.000 Euro aus bereits bestehenden Sponsorenverträgen ausständig sein. Mehrere Partner könnten dem Klub dem Bericht zufolge unter einer neuen Geschäftsführung und bei größerer Transparenz bei den Finanzen grundsätzlich entgegenkommen.
Liga signalisiert Unterstützung
Unterstützung kommt auch aus der ICE Hockey League. Die Liga und ihre Klubs haben sich laut Kronen Zeitung grundsätzlich hinter den VSV gestellt. Die Vereine sollen bereit sein, gemeinsam einen Solidaritätsbeitrag von insgesamt rund 200.000 Euro zu leisten. ICE-Liga-Manager Christian Feichtinger machte dabei deutlich, dass der VSV weiterhin Teil der Liga bleiben soll. Gleichzeitig liege es nun an der Führung des Villacher Klubs, rasch Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Schritte einzuleiten.
Bücher werden geprüft
Um wieder Klarheit über die tatsächliche finanzielle Lage zu schaffen, werden die Unterlagen des Vereins derzeit genauer geprüft. Der Villacher Jurist und frühere Behördenleiter Alfred Winkler diese Aufgabe übernommen.
Eine transparente Aufarbeitung der finanziellen Situation gilt als wichtige Voraussetzung dafür, das Vertrauen von Sponsoren und anderen Unterstützern zurückzugewinnen und eine neue Geschäftsführung aufzustellen.
Entscheidung über Saisonstart rückt näher
Der Zeitdruck ist groß: Der VSV soll am Freitag in die neue ICE-Saison starten. Ob die Mannschaft tatsächlich antreten kann, soll im Laufe dieser Woche geklärt werden. Am Mittwoch steht ein entscheidendes Gespräch im größeren Kreis an. Bis dahin müssen die Verantwortlichen eine Lösung für die akute Finanzierung finden.
Pic: VSV_Krammer









