Die Krise beim Villacher SV beschäftigt mittlerweile auch die Konkurrenz. Erich Falkensteiner, Vize-Präsident der ICE Hockey League und Boss des HC Pustertal, will bei der Rettung des angeschlagenen Kärntner Traditionsklubs kräftig mithelfen. Eine direkte Finanzspritze von ihm wird es allerdings nicht geben.
VSV braucht dringend einen neuen Geschäftsführer
Nach dem überraschenden Abgang des Geschäftsführers steht der VSV vor großen Herausforderungen. Für Falkensteiner ist nun vor allem wichtig, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Im Interview mit der „Kronen Zeitung“ betonte er, dass er seit Tagen intensiv an einer Lösung arbeite und in ständigem Kontakt mit VSV-Obmann Manfred Herzog stehe.
„Es ist ein Schlag, wenn über Nacht der Geschäftsführer weg ist. Ich bin seit Freitag durchgehend am Telefon, stehe mit VSV-Obmann Manfred Herzog in Kontakt“, sagte Falkensteiner im Gespräch mit der „Kronen Zeitung“. Gleichzeitig müsse ein neuer Geschäftsführer laut dem HCP-Boss nicht automatisch für die Altlasten des Vereins geradestehen. „Ein Neuer kann und soll ja nicht die Haftungen übernehmen, für das was war“, erklärte Falkensteiner.
Rund zwei Millionen Euro im Raum
Auch finanziell ist die Situation angespannt. Falkensteiner kennt die Zahlen nach eigenen Angaben noch nicht im Detail, geht aber von erheblichen Belastungen aus. Im Raum steht unter anderem eine Steuerschuld von rund 1,2 Millionen Euro.
Zusätzlich vermutet Falkensteiner im laufenden Geschäft einen Fehlbetrag von mehreren hunderttausend Euro. „Und mir sagt mein Gefühl, dass zwischen 700.000 und 800.000 Euro Minus aus dem normalen Geschäftsbetrieb stammen“, sagte er im Interview. Die endgültige Höhe der offenen Verbindlichkeiten müsse allerdings erst genau festgestellt werden.
Keine Finanzspritze von Falkensteiner
Ob er selbst den VSV finanziell unterstützen werde, beantwortete Falkensteiner eindeutig. Eine direkte Geldspritze schließt der Hotelunternehmer aus.
„Nein, das ist zu 100 Prozent ausgeschlossen. Das wäre unfair gegenüber der Konkurrenz, hätte einen gewissen Beigeschmack“, stellte Falkensteiner klar. Seine Unterstützung soll stattdessen auf organisatorischer Ebene erfolgen. Der HCP-Boss will seine Kontakte nutzen, um dem VSV bei der Suche nach einem neuen Geschäftsführer, einem möglichen Sanierer und potenziellen Sponsoren zu helfen.
Liga könnte Solidaritätsbeitrag leisten
Auch die ICE Hockey League könnte nach Falkensteiners Einschätzung einen Beitrag zur Rettung des VSV leisten. Eine direkte Finanzierung durch die Liga sieht er zwar nicht als realistisch, einen Solidaritätsbeitrag der Klubs kann er sich aber vorstellen. „Ich könnte mir aber vorstellen, dass es zu einer Art Solidaritätszuschlag kommt. Unter dem Motto: Wir halten zusammen“, sagte Falkensteiner.
Dabei dürfte es vor allem darum gehen, gemeinsam eine Lösung zu finden, ohne einem einzelnen Klub einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Drei Schritte sollen den VSV retten
Für Falkensteiner ist nun ein klarer Plan entscheidend. Zunächst müsse der tatsächliche finanzielle und organisatorische Status des Vereins festgestellt werden. Danach brauche es ein tragfähiges Konzept und schließlich personelle Konsequenzen. „Drei Dinge sind jetzt wichtig: Den Status quo erfahren, einen Konzeptplan erstellen, personelle Maßnahmen setzen“, erklärte Falkensteiner.
Der Pustertal-Boss macht dabei keinen Hehl daraus, wie wichtig ihm der Fortbestand des Villacher Klubs ist. „Mir liegt das absolut am Herzen, wir werden alles versuchen, um eine Lösung zu finden“, so der Hotelier.
Pic: VSV/Krammer









