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KAC-Star Thimo Nickl: „Es muss etwas Besonderes kommen, um Kärnten zu verlassen“

Thimo Nickl zählt mit gerade einmal 24 Jahren bereits zu den etablierten Kräften beim EC KAC und im österreichischen Nationalteam. Der Klagenfurter blickt auf zahlreiche Stationen im Ausland zurück, hat bereits vier Weltmeisterschaften absolviert und wurde 2020 sogar im NHL-Draft ausgewählt. Dennoch ist für den Verteidiger klar: Seine sportliche Heimat liegt weiterhin in Kärnten.

Der Weg zum Eishockey war für Nickl praktisch vorgezeichnet. Sein Großvater spielte bereits für den KAC und brachte ihn im Alter von drei Jahren erstmals aufs Eis. Neben Eishockey probierte sich der heutige Nationalteamspieler aber auch in Fußball, Golf, Skifahren und Mountainbiken. Als sich mit 14 oder 15 Jahren abzeichnete, dass der Weg Richtung Profi-Eishockey führen könnte, wurde der Sport zunehmend ernster.

Trotz seiner sportlichen Ambitionen legte die Familie auch großen Wert auf eine Ausbildung. Nickl absolvierte seine Matura und studiert mittlerweile Sportmanagement im Fernstudium. Einen Plan B hat der KAC-Verteidiger damit ebenfalls im Hinterkopf – auch wenn er hofft, noch viele Jahre selbst aktiv sein zu können.

Auslandserfahrung prägte Nickl

Der 24-Jährige verbrachte bereits wichtige Entwicklungsjahre im Ausland und sammelte dabei Erfahrungen in Kanada und Schweden. Diese Zeit habe ihn nicht nur sportlich, sondern auch menschlich geprägt.

Vor allem das nordamerikanische Eishockey liegt Nickl nach eigener Einschätzung. Die kleinere Eisfläche und das körperbetontere Spiel kämen seinem Stil entgegen. In Kanada habe er zudem offensiv gute Phasen erlebt – ein Bereich, in dem er künftig auch wieder stärker Akzente setzen möchte. Der emotionalste Moment seiner bisherigen Karriere bleibt für ihn dennoch der NHL-Draft. Aufgrund der Corona-Pandemie verfolgte Nickl die Auswahl damals gemeinsam mit Marco Kasper in Schweden vor dem Bildschirm.

KAC statt Ausland

In den vergangenen Monaten wurde auch über Nickls sportliche Zukunft spekuliert. Am Ende entschied sich der Verteidiger jedoch für ein weiteres Jahr beim KAC. Für ihn hätte ein Wechsel aus Kärnten schon ein außergewöhnliches Angebot gebraucht. „Ich habe gewusst, dass etwas Besonderes kommen muss, damit ich den KAC verlasse“, erklärte Nickl gegenüber der „Kleine Zeitung“ . Neben seiner sportlichen Situation spielten dabei auch seine Heimat, Familie und Freunde eine wichtige Rolle.

Dass mehrere ehemalige KAC-Spieler zuletzt den Weg nach Graz eingeschlagen haben, war für Nickl ebenfalls kein Grund, seine Zukunft neu zu überdenken. Sein Fokus liegt klar auf der kommenden Saison mit den Rotjacken.

Sechs WM-Punkte und klare Worte zum Fraueneishockey

Bei der jüngsten Weltmeisterschaft sorgte Nickl auch offensiv für Aufsehen. Der Verteidiger kam auf sechs Scorerpunkte und gehörte zwischenzeitlich zu den punktbesten Defensivspielern des Turniers. Für ihn selbst standen jedoch weniger die persönlichen Statistiken als eine starke Teamleistung im Vordergrund.

Zur aktuellen Diskussion rund um die Bedingungen für Österreichs Frauen-Nationalteam bezog der 24-Jährige ebenfalls Stellung. Aus seiner Sicht müsse sich jede Mannschaft auf den Sport konzentrieren können und entsprechend gute Rahmenbedingungen vorfinden. Nicht beheizte Kabinen seien jedenfalls kein akzeptabler Standard.

Abseits des Eises ist Nickl eng mit mehreren aktuellen und ehemaligen Teamkollegen verbunden. Besonders der Wechsel seines besten Freundes David Maier von Klagenfurt zu den Graz99ers war für ihn eine Umstellung. Auf dem Eis müsse diese Freundschaft allerdings ausgeblendet werden.

Ob Nickl eines Tages auch für den Erzrivalen VSV auflaufen würde, wollte der KAC-Verteidiger dann allerdings im „Kleine“-Interview nicht beantworten. Auf die Frage nach einem möglichen „unmoralischen Angebot“ aus Villach gab es nur ein knappes: „Kein Kommentar.“

Bild: ÖEHV-Manfred Szieber

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