Der Konflikt zwischen den Leistungsträgerinnen des österreichischen Frauen-Nationalteams und dem ÖEHV ist weiterhin ungelöst. Zwei Wochen nach dem öffentlich gemachten Protest fehlen den Spielerinnen nach wie vor verbindliche Zusagen – insbesondere bei der geforderten Gleichbehandlung.
Die Spielerinnen hatten zuletzt ein Teamcamp in der Slowakei boykottiert und werden dabei von der Younion-Gewerkschaft vertreten. Torfrau Selma Luggin und Gewerkschaftsvertreter Sascha Tomanek machen im Gespräch mit dem KURIER klar, dass es aus ihrer Sicht nicht bei Ankündigungen bleiben darf.
„Wir wollen keine kleinen Zuckerln“
Luggin bereut den Schritt an die Öffentlichkeit nicht. Die Missstände der vergangenen Jahre seien aus ihrer Sicht real gewesen. Unterstützung erhielten die Spielerinnen unter anderem von den Nationalteamkollegen Marco Rossi und Clemens Unterweger.
Vom ÖEHV habe es zuletzt zwar Gespräche und ein Mail mit ersten Eckpunkten gegeben. Konkrete Zusagen, etwa beim Taggeld für Camps und Turniere, fehlen laut Luggin und Tomanek aber weiterhin.
„Wir wollen keine kleinen Zuckerln, sondern Konkretes“, betont Luggin. Die Spielerinnen wünschen sich einen langfristigen Plan, wie die Rahmenbedingungen des Frauenteams verbessert und jene der Männer erreicht werden können.
Streit um Taggeld und Betreuung
Tomanek kritisiert, dass die bisherigen Gespräche seiner Ansicht nach keine Verhandlungen gebracht hätten. Auch die angekündigten Verbesserungen bei der medizinischen Betreuung seien nicht ausreichend.
Bei den finanziellen Forderungen geht es laut dem Gewerkschaftsvertreter um vergleichsweise überschaubare Beträge: rund 70 bis 90 Euro bei einem Teamcamp und etwa 150 Euro bei einer Weltmeisterschaft. In der Topdivision würden neun der zehn Nationen ein entsprechendes Taggeld bezahlen, Österreich sei die Ausnahme. Auch ein ständiger Teamarzt bei Lehrgängen und WM-Veranstaltungen gehört zu den Forderungen.
Vertrauen in Führung beschädigt
Besonders kritisch sehen die Spielerinnen die Rolle von ÖEHV-General Manager Martin Kogler, der für Frauen- und Para-Eishockey zuständig ist. Tomanek spricht von einem fehlenden Vertrauen innerhalb der Gruppe der Schlüsselspielerinnen.
Luggin geht noch weiter und fordert einen Führungswechsel. „Wir wünschen uns nachhaltige Verbesserungen und einen Führungswechsel“, sagt die Torfrau.
Damit steht auch die Teilnahme an der ersten A-Weltmeisterschaft der österreichischen Frauen im Raum. Das Turnier findet von 6. bis 16. November statt. Eine endgültige Frist setzen sich die Spielerinnen laut Luggin nicht: Eine Lösung könne theoretisch sogar am Tag vor der WM gefunden werden.
Die Hoffnung liegt allerdings klar auf einer früheren Einigung: „Wir hoffen, dass wir noch im September verbindliche Zusagen kriegen“, so Luggin.
Bild: Nicolas Zangerle/NZ Photos









