Nach dem öffentlichen Konflikt mit dem Österreichischen Eishockeyverband gibt es, wie bereits gestern berichtet, eine Einigung: Alle neun Forderungen der Nationalspielerinnen werden umgesetzt. Damit steht dem WM-Auftritt in Dänemark nichts mehr im Weg.
Der monatelange Streit zwischen Österreichs Frauen-Nationalteam und dem ÖEHV ist beendet. Nachdem Kapitänin Anna Meixner, Theresa Schafzahl, Antonia Matzka und ihre Teamkolleginnen öffentlich auf fehlenden Respekt und aus ihrer Sicht nicht akzeptable Rahmenbedingungen aufmerksam gemacht hatten, lenkte der Verband nun ein.
Alle neun Forderungen der Spielerinnen werden erfüllt. Damit sind künftig professionellere Bedingungen für das Frauen-Nationalteam garantiert. Ein einheitliches Vergütungs- und Entschädigungsmodell für Frauen, Männer und Para-Eishockey soll ab 2027 umgesetzt werden, an den Details wird noch gearbeitet.
Arzt, bessere Unterbringung und ausreichend Verpflegung
Bei den übrigen Punkten herrscht bereits Einigkeit. Das Nationalteam wird künftig bei seinen Einsätzen von einem Arzt begleitet, Übernachtungen im oberen Stockbett gehören der Vergangenheit an. Außerdem müssen Einberufungen spätestens 28 Tage vor einem Trainingslager erfolgen.
Auch bei der Versorgung gibt es Verbesserungen: Bei jedem Lehrgang soll ausreichend Verpflegung bereitgestellt werden. Zudem soll das bisherige Spielen in Outdoor-Hallen künftig Geschichte sein.
Kogler muss gehen
Mit der Neuausrichtung kommt es auch zu einer personellen Veränderung. Martin Kogler wird laut „Kronen Zeitung“ als General Manager des Frauenbereichs abgelöst. Seine Nachfolge soll eine Kanadierin antreten.
Für das Nationalteam bedeutet die Einigung gleichzeitig grünes Licht für den Saisonhöhepunkt: Der angedrohte WM-Boykott ist vom Tisch. Österreich wird im November in Dänemark bei der ersten A-Weltmeisterschaft in der Topdivision antreten – und das in Bestbesetzung.
ÖEHV-Vizepräsidentin Yasmin Stepina spricht von einer „echten Verbesserung für unser Frauen-Nationalteam“. Kapitänin Anna Meixner zeigt sich erleichtert, dass sich die Spielerinnen nun wieder „voll auf den Sport konzentrieren können“.
Gewerkschaftsvertreter Tomanek: „Ein wichtiger Erfolg für die Zukunft!“
Auch Gewerkschaftsvertreter Sascha Tomanek sieht die Einigung als Erfolg der Spielerinnen: „Die Spielerinnen haben sich organisiert und sind trotz Gegenwind geschlossen geblieben. Das zeigt, dass faire und professionelle Rahmenbedingungen im Frauensport kein Wunschdenken sein müssen. Es ist ein wichtiger Erfolg für die Zukunft kommender Generationen von Sportlerinnen. Wir freuen uns über diesen Erfolg und erkennen an, dass der Verband auf die Forderungen der Spielerinnen reagiert hat. Gleichzeitig werden wir die Umsetzung aufmerksam begleiten. Entscheidend ist nicht nur, was auf Papier steht, sondern was bei den nächsten Camps, Turnieren und bei der Weltmeisterschaft tatsächlich gelebt wird.“
ÖEHV-Präsident Hartmann weiter unter Druck
Ganz ruhig dürfte es beim ÖEHV dennoch nicht werden. Die Kritik an Präsident Klaus Hartmann ist weiterhin groß. Hinter den Kulissen arbeitet laut dem Bericht eine Gruppe von Funktionären aus mehreren Bundesländern an einem Führungswechsel. Als möglicher neuer Präsident wird weiterhin Ex-Bundeskanzler Christian Kern gehandelt (wir berichteten).
Bild: Black Wings Linz/Eisenbauer









