ICEHL

Liga unter Druck: Kritik an Führung und Internationalisierung wächst!

Die win2day ICE Hockey League steht vor erheblichen internen Spannungen. Auslöser ist vor allem die Aufnahme des HC Milano, die innerhalb der Liga für große Unruhe gesorgt hat. Die Abstimmung dazu verlief umstritten und verschärfte bestehende Konflikte zwischen den Klubs – das berichtet „LAOLA“.

Liga in drei Lager gespalten

Infolge dieser Entscheidung hat sich die Liga laut Bernd Freimüller in drei Gruppen aufgeteilt: kritische österreichische Vereine wie etwa die Vienna Capitals oder die Black Wings Linz, internationale Teams samt Unterstützern wie KAC und Salzburg sowie eine kleinere Gruppe neutraler Klubs wie Innsbruck und die Pioneers. Diese Spaltung zeigt, wie tief die Meinungsverschiedenheiten mittlerweile sind.

Besonders deutlich wird die Kritik bei vier österreichischen Vereinen: Die Steinbach Black Wings Linz, die Graz 99ers, die Vienna Capitals und der Villacher SV haben sich im Zuge des Aufnahmeverfahrens von HC Milano zusammengeschlossen. Linz-Präsident Peter Nader betont gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“, dass es dabei nicht grundsätzlich um eine Ablehnung Mailands gehe. Vielmehr wolle man „die österreichischen Vereine stärken“ und halte den eingeschlagenen Weg der Liga für falsch. Die vier Klubs hätten entsprechende Vorschläge eingebracht, unter anderem zur sportlichen Ausgeglichenheit und zur Struktur der Liga. 

Finanzielle Sorgen im Fokus

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die wirtschaftliche Entwicklung. Während früher Einnahmen durch Sponsoren und TV-Partner generiert wurden, müssen die Teams heute zunehmend selbst für Organisationskosten aufkommen. Gleichzeitig sehen viele Klubs in der verstärkten Internationalisierung bisher keinen ausreichenden finanziellen Nutzen.

Nader nennt dabei konkrete Zahlen: Die Vereine zahlen laut den „Oberösterreichischen Nachrichten“ pro Saison rund 80.000 Euro Teilnahmegebühr an die Liga. Gleichzeitig seien seit Jahren keine neuen Sponsoren gewonnen worden. Auch die Erweiterung um internationale Klubs habe aus seiner Sicht bislang keinen spürbaren Mehrwert gebracht: „Was hat uns Asiago gebracht? Zero.“ Vor Corona habe es für die Vereine hingegen noch Ausschüttungen gegeben. Nader fordert deshalb Veränderungen und sagt: „Wir sind auf dem falschen Weg und das gehört geändert.“ 

Kritik an Struktur und Führung

Auch strukturelle Themen sorgen für Diskussionen. Einige Vereine forderten eine Überprüfung der Ligaführung und bestehender Verträge, was jedoch vom Präsidium abgelehnt wurde. Zudem gibt es Unstimmigkeiten bei Kaderregelungen, die aufgrund unterschiedlicher nationaler Rahmenbedingungen schwer einheitlich umzusetzen sind.

Die Kritik richtet sich dabei laut Nader ausdrücklich nicht gegen Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger persönlich, sondern gegen das System. Feichtinger wiederum verweist darauf, dass die Liga demokratisch organisiert sei und die Vereine selbst über die Generalversammlung die entsprechenden Entscheidungen treffen. Auch bei der Vermarktung hätten die Klubs heute größere Freiheiten als vor der Corona-Pandemie. (Quelle: Oberösterreichische Nachrichten)

Chancengleichheit als weiterer Streitpunkt

Besonders bei der Aufnahme von HC Milano sehen die vier österreichischen Vereine zudem ein Problem bei der sportlichen Chancengleichheit. Nader verweist auf die Kaderzusammensetzung der Mailänder und die unterschiedlichen steuerlichen Rahmenbedingungen in Italien. Nach seinen Angaben seien 18 der 20 aktuellen Milano-Spieler nordamerikanisch-italienische Doppelstaatsbürger, während Spitzensportler in Italien steuerlich deutlich günstiger behandelt würden. „Wie können wir Österreicher da dagegenhalten?“, fragt Nader. Die vier Klubs schlagen deshalb unter anderem ein Punktesystem oder eine Gehaltsobergrenze vor. 

Ungewisse Zukunft der Liga

Die Liga weist einen Teil der Kritik zurück und betont ihre Kommunikationsmaßnahmen sowie notwendige Anpassungen an steigende Kosten. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Ob sich die ICE Hockey League stabilisieren kann oder vor größeren Veränderungen steht, ist derzeit offen.

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