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Eskalation im ÖEHV: Steht Österreichs Nationalteam vor A-WM-Boykott?

Das Verhältnis zwischen den Leistungsträgerinnen des österreichischen Frauen-Nationalteams und dem ÖEHV ist massiv angespannt. Die Spielerinnen fühlen sich nicht ausreichend respektiert und fordern bessere Rahmenbedingungen. Sollte sich nichts ändern, steht sogar ein Verzicht auf die historische A-WM im Raum.

Österreichs Frauen-Nationalteam steht vor einer brisanten Situation. Erstmals in der Geschichte wird die Auswahl im kommenden November an einer A-Weltmeisterschaft teilnehmen – doch ausgerechnet davor droht ein Zerwürfnis zwischen den wichtigsten Spielerinnen und dem Österreichischen Eishockeyverband.

Kapitänin Anna Meixner findet deutliche Worte: „Wenn nichts hilft und die Verantwortlichen nur so zur Vernunft zu bringen sind, bin ich bereit, auf die A-WM zu verzichten. Damit es der nächsten Generation besser geht.“

Neun Forderungen an den Verband

Der Konflikt schwelt offenbar bereits seit Jahren. Im März übermittelten die Spielerinnen dem ÖEHV neun Forderungen. Dabei geht es unter anderem um professionellere Betreuung, bessere Trainingsbedingungen und Unterkünfte, einen respektvollen Umgang sowie finanzielle Rahmenbedingungen.

Verteidigerin Antonia Matzka berichtet von aus ihrer Sicht untragbaren Zuständen. So hätten Spielerinnen teilweise in Stockbetten übernachten müssen oder sich bei einem Camp im Jänner in einer unbeheizten Hütte umgezogen. Auch bei der Teamkleidung gebe es Probleme: Die Frauen würden teilweise Restbestände aus dem Männerbereich erhalten.

Zudem kritisieren die Spielerinnen die kurzfristige Kommunikation von Einberufungen, die angesichts von Beruf, Studium oder Schule schwer mit dem privaten Alltag vereinbar seien.

„Es geht uns um Gleichbehandlung“

Finanziell geht es den Spielerinnen laut eigener Darstellung nicht ausschließlich um höhere Zahlungen. Sie fordern vor allem eine Gleichbehandlung mit dem Männer-Nationalteam und wünschen sich unter anderem bei Camps und Turnieren ebenfalls Taggeld. „Es geht uns keinesfalls nur ums Geld, sondern um Gleichbehandlung“, betont Meixner gegenüber der „Kronen Zeitung“.

Die Spielerinnen werden mittlerweile von der Gewerkschaft younion vertreten. Deren Vorsitzende Sascha Tomanek sowie Patrick Harand unterstützen die Nationalteam-Spielerinnen. Tomanek zeigt sich über die bisherige Entwicklung enttäuscht: Die Forderungen seien nicht erfüllt worden, der Umgang des Verbandes mit den Spielerinnen sei „respektlos“.

Drei Mitglieder des Staffs entlassen

Die Situation verschärfte sich zuletzt zusätzlich. Der ÖEHV trennte sich von Team-Manager Christian Klepp, Athletik-Coach Michael Ganster und Torhüter-Trainer Joey Vollmer. Für Matzka waren es ausgerechnet jene drei Personen, zu denen die Spielerinnen das beste Verhältnis gehabt hätten.

Parallel dazu sorgte ein kurzfristig angesetzter Fitness-Test für weiteren Unmut. Für die Einberufung zum kommenden Turnier in der Slowakei mussten die Spielerinnen kurzfristig einen Test bei Sport Austria absolvieren. Für viele sei das aufgrund von Beruf oder Wohnort nur schwer zu organisieren gewesen.

Sieben Spielerinnen verzichten auf Slowakei-Camp

Die Folge: Mehrere Leistungsträgerinnen werden beim bevorstehenden WM-Test in der Slowakei fehlen. Laut dem Bericht der „Krone“ verzichten unter anderem Meixner, Charlotte Wittich, Annika Fazokas, Selma Luggin, Theresa Schafzahl und Magdalena Luggin auf die Teilnahme.

Damit steht Österreichs Frauen-Nationalteam wenige Monate vor der historischen A-WM vor einer schweren Zerreißprobe. „Das Vertrauen zwischen Spielerinnen und der Führung ist nicht mehr da. Wenn sich da nichts ändert, verzichten wir auch auf die WM“, warnt Matzka.

Somit steht eine sportlich historische Premiere auf dem Spiel – und der ÖEHV vor der schwierigen Aufgabe, den Konflikt mit seinen Leistungsträgerinnen noch rechtzeitig zu entschärfen.

Bild: Nicolas Zangerle/NZ Photos

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