Graz99ers

GM Vollmann mit deutlichen Worten: „Es geht nicht nur um die Graz99ers“

Graz99ers-General-Manager Bernd Vollmann übt deutliche Kritik an der Sportpolitik der Stadt Graz. Mit dem Gastspiel in Kapfenberg wollen die Eishockey-Meister ein Zeichen gegen die aus ihrer Sicht zunehmende Vernachlässigung des Sports setzen.

Dass die Moser Medical Graz99ers ihr Heimspiel gegen die Pioneers Vorarlberg am 21. November in der Stadthalle Kapfenberg austragen werden, haben wir bereits berichtet. Nun unterstreicht der Klub auch die Hintergründe für diesen ungewöhnlichen Schritt: Die Graz99ers wollen auf die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung des Sports durch die Stadt Graz aufmerksam machen.

Im Mittelpunkt steht dabei ein klares Statement von General Manager Bernd Vollmann. „Wenn der Sport ignoriert wird, werden auch unsere Jugend, unsere Gesundheit und letztlich unsere gesamte Gesellschaft ignoriert und aufs Spiel gesetzt“, erklärt Vollmann in einer Aussendung des Meisters. Der Umzug nach Kapfenberg sei daher nicht als Revanche oder Abrechnung zu verstehen, sondern als bewusst gesetztes Signal.

Hintergrund ist unter anderem die Entscheidung der Holding Graz, die Unterstützung der Graz99ers nach 27 Jahren erfolgreicher Partnerschaft unmittelbar nach dem erstmaligen Meistertitel um 50 Prozent zu reduzieren. Zudem wurde angekündigt, das Sponsoring der Grazer Profivereine GAK, SK Sturm und Graz99ers ab 2027 zur Gänze einzustellen.

„Mehr als ein beliebtes Fotomotiv“

Vollmann sieht die Entwicklung allerdings nicht nur als Problem der Graz99ers. Vielmehr gehe es um den Stellenwert des Sports in der gesamten Stadt. „Dass wir und der gesamte Sport mehr sind als beliebtes Fotomotiv auf Rathaus-Balkonen und Hauptplatz-Bühnen“, betont der General Manager. Mit dem Spiel in Kapfenberg wolle man auch jenen Menschen eine Stimme geben, die sich tagtäglich für den Sport engagieren. Gleichzeitig richtet Vollmann einen Appell an die Verantwortlichen im Grazer Rathaus: „Es geht nicht nur um die Graz99ers. Nicht nur um den GAK, den SK Sturm und den Profisport. Es geht darum, dass generell der Sport von der Stadt mehr und mehr ignoriert und im Stich gelassen wird. Vermutlich wird unser Spiel in Kapfenberg im Grazer Rathaus auch nicht einmal wirklich wahrgenommen werden.“

Bild: VSV/Stefan

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