Die Rückkehr Russlands auf die internationale Eishockey-Bühne sorgt für heftige Diskussionen. Nun wird in Schweden ein möglicher Boykott der Weltmeisterschaft zum Thema – das berichtet das Schweizer Medium „Blick“. Auch Finnland, Tschechien und Lettland stellen sich gegen die Teilnahme der russischen Nationalmannschaft.
Der Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) sorgt im Eishockey für grosse Unruhe: Russland darf wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen. Das Urteil vom 30. Oktober stellt den Internationalen Eishockeyverband (IIHF) vor schwierige Entscheidungen – und könnte die nächste WM gehörig durcheinanderbringen. Vor allem bei den großen Eishockey-Nationen wächst der Widerstand. Finnland, Schweden, Tschechien und Lettland hatten sich bereits in der Vergangenheit deutlich gegen eine Rückkehr Russlands ausgesprochen. Nun werden erste Konsequenzen diskutiert.
Schweden beschäftigt sich mit Boykott
Besonders brisant ist die Situation in Schweden. Dort sind bereits Diskussionen über einen möglichen WM-Boykott im Gang. Verbandspräsident Anders Larsson erklärte allerdings, dass die Haltung des schwedischen Sports grundsätzlich gegen einen Boykott gerichtet sei. Auch Tschechien bleibt bei seiner bisherigen Linie. «Wir lehnen die Teilnahme Russlands an IIHF-Turnieren während des Krieges in der Ukraine ab», stellte Generalsekretär Jan Cerny klar. Noch deutlicher äußerte sich der finnische Verband. Präsident Heikki Hietanen bezeichnete den CAS-Entscheid als «unverständlich». Gleichzeitig betonte er, dass kein Spieler oder Funktionär zur Teilnahme an einem Turnier mit russischer Beteiligung gezwungen werde.
WM-Chaos droht
Für die IIHF kommt das Urteil zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Spielplan für die kommende Weltmeisterschaft in Düsseldorf und Mannheim steht bereits, Tickets sind verkauft. Ein Boykott mehrerer Top-Nationen könnte das Turnier massiv beeinträchtigen. Hinzu kommt die Frage, wie Russland überhaupt in den Wettbewerb integriert werden soll. Eine mögliche Lösung wäre eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes. Auch ein Playoff zwischen der Ukraine und Kasachstan steht als denkbares Szenario im Raum.









