Das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zur Rückkehr russischer Eishockeyteams sorgt weiter für Diskussionen. Eine Analyse von „watson.ch“ sieht in der Begründung des Gerichts einen möglichen Weg für die IIHF, Russland und Belarus weiterhin von internationalen Bewerben auszuschließen – sofern dafür andere rechtliche Argumente als bisher vorgebracht werden.
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat im Rechtsstreit um den Ausschluss Russlands eine Entscheidung getroffen, die den bisherigen Kurs des Weltverbands IIHF infrage stellt. Die bisherige Begründung, wonach eine Teilnahme russischer Teams aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei, konnte nach der Klage Russlands offenbar nicht mehr standhalten.
In einer Stellungnahme an die Medien betonte der CAS, dass seine Entscheidungen ausschließlich auf Grundlage der vorgebrachten Argumente und Beweise getroffen würden. Besonders entscheidend ist laut „watson.ch“ jedoch ein anderer Satz: Das Gericht könne keine Maßnahmen anordnen, die von den Parteien nicht beantragt worden seien.
CAS lässt Spielraum für neue Argumente
Darin sieht der Autor der Analyse eine mögliche Chance für die IIHF. Das Urteil bedeute demnach nicht zwangsläufig, dass Russland künftig wieder an allen internationalen Turnieren teilnehmen müsse. Vielmehr könnte der Weltverband bei einem neuerlichen Verfahren mit einer anderen rechtlichen Begründung argumentieren.
Bisher stützte die IIHF den Ausschluss Russlands und Belarus‘ vor allem auf Sicherheitsbedenken und vermied eine direkte politische Begründung im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Genau diese bisherige Argumentationslinie erwies sich im Verfahren vor dem CAS offenbar als nicht ausreichend.
Kritik an der IIHF-Rechtsabteilung
Besonders kritisch bewertet der Bericht einen weiteren Hinweis des CAS. Das Schiedsgericht habe angemerkt, dass interne Prozesse innerhalb der IIHF die rechtlichen Bedenken bereits zuvor aufgezeigt hätten. Daraus leitet „watson.ch“ ab, dass der Weltverband die Schwächen seiner Argumentation möglicherweise kannte, seinen Kurs aber dennoch nicht änderte.
Die IIHF steht damit vor der Aufgabe, eine tragfähige rechtliche Grundlage für einen weiteren Ausschluss zu finden. Sollte dies gelingen, könnten Russland und Belarus auch künftig von internationalen Bewerben ferngehalten werden.
Weltmeisterschaften 2027 weiterhin im Fokus
Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die U20-Weltmeisterschaft in Kanada sowie die A-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland. Eine neue rechtlich belastbare Begründung könnte laut der Analyse verhindern, dass Russland wieder zugelassen werden muss oder die Vergabe der Weltmeisterschaft in Deutschland infrage gestellt wird.
Die Einschätzung von „watson.ch“ ist dabei eine Interpretation der CAS-Stellungnahme und kein bereits feststehender Weg. Ob die IIHF tatsächlich eine neue rechtliche Grundlage findet und wie ein mögliches weiteres Verfahren ausgehen würde, bleibt offen.
Bild: Lodo27, CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>, via Wikimedia Commons









