EHC Black Wings Linz

Black Wings Linz: Phil Lukas setzt nach enttäuschender Saison auf Umbruch und Selbstkritik

Nach dem sensationellen Halbfinaleinzug im Jahr zuvor verlief die vergangene Saison für die Steinbach Black Wings Linz deutlich enttäuschender. Bereits im Pre-Playoff war gegen den VSV Endstation. Die Konsequenz: Ein großer personeller Umbruch, bei dem sich die Linzer von elf Spielern trennten und zehn neue Akteure an Bord holten. Gleichzeitig senkte man den Altersdurchschnitt des Kaders deutlich.

Für Head Coach und Sportdirektor Philipp Lukas war die lange Sommerpause aber nicht nur von der Kaderplanung geprägt. Der 45-Jährige nutzte die Zeit auch zur kritischen Aufarbeitung der vergangenen Spielzeit und nahm dabei bewusst sich selbst in die Pflicht.

„Man muss sich Gedanken machen, wenn die Dinge im Sport nicht so laufen, wie man es sich wünscht“, erklärte Lukas im Interview mit „Laola1.at“. Besonders die Frage, was er selbst anders hätte machen können, habe ihn intensiv beschäftigt. Rückblickend sieht der Linzer vor allem in der Kommunikation Verbesserungspotenzial.

„Da muss man sich als Coach in den Spiegel schauen“

Nach dem enttäuschenden Saisonverlauf wollte Lukas die Verantwortung nicht von sich weisen. Die Black Wings seien nicht in der Lage gewesen, das vorhandene Potenzial konstant abzurufen. „Da muss man sich als Coach in den Spiegel schauen und darf nicht davor zurückschrecken, Verantwortung zu übernehmen“, so Lukas.

Mehrere Faktoren hätten letztlich zum sportlichen Einbruch beigetragen. Ein schwieriger Saisonstart, verlorene Punkte in Auswärtsspielen und mangelndes Selbstvertrauen hätten die Mannschaft zunehmend unter Druck gesetzt. Auch im Umgang mit schwierigen Situationen sieht Lukas rückblickend Punkte, an denen er arbeiten konnte.

Besonders wichtig sei dabei die Kommunikation gewesen – sowohl mit der gesamten Mannschaft als auch individuell mit einzelnen Spielern.

Verjüngung und neue Chancen für Österreicher

Als Reaktion auf das frühe Saisonende entschieden sich die Linzer für einen größeren Kaderumbau. Neben verdienten Spielern wie Thomas Höneckl und Andreas Kristler, die anschließend ihre Karrieren beendeten, verließen insgesamt elf Akteure den Klub.

Zehn Neuzugänge sollen nun für frischen Wind sorgen. Der Altersdurchschnitt wurde um rund zwei Jahre gesenkt. Lukas sieht vor allem bei den österreichischen Spielern großes Entwicklungspotenzial. Mit Oskar Maier, Marlon Tschofen, Philipp Wimmer, Luis Lindner, Christoph Tialler und Luca Erne wurden mehrere junge Österreicher verpflichtet, die Lukas teilweise bereits aus seiner Zeit beim U20-Nationalteam kennt. „Das Potenzial ist da. Wir müssen mit diesen Spielern arbeiten und ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln“, betonte der Black-Wings-Coach.

Auch in der Defensive setzt Linz auf Entwicklungsmöglichkeiten. Mit lediglich zwei Import-Verteidigern soll mehreren österreichischen Spielern mehr Verantwortung übertragen werden. Lukas betrachtet diese Konstellation nicht als Risiko, sondern vielmehr als Chance für die jungen Cracks.

Brady Shaw soll für Offensive sorgen

Auch Neuzugang Brady Shaw soll eine wichtige Rolle einnehmen. Trotz seiner Vorgeschichte sieht Lukas dessen Verpflichtung nicht als Risiko. Der Trainer und Sportdirektor habe im Vorfeld ausführliche Gespräche mit dem Angreifer geführt und sich bewusst für den Transfer entschieden.

Sportlich soll Shaw vor allem zusätzliche Torgefahr bringen. „Egal, wo er bislang gespielt hat: Er hat immer produziert“, erklärte Lukas. Der Stürmer könne in jeder Situation Offensive kreieren und stelle für gegnerische Mannschaften eine permanente Gefahr dar.

„Wir wollen in die Playoffs und um die Meisterschaft spielen“

Trotz des großen Umbruchs bleiben die Ziele in Linz ambitioniert. Die Black Wings wollen in die Playoffs einziehen und anschließend um den Titel mitspielen.

Lukas ist sich bewusst, dass die ICE Hockey League erneut äußerst ausgeglichen sein dürfte. Der Fokus liege daher zunächst darauf, schnell als Mannschaft zusammenzuwachsen und eine klare Identität zu entwickeln. „Unser Ziel ist es, unsere Spielweise zu etablieren und als Mannschaft so schnell wie möglich zusammenzuwachsen“, so Lukas.

Nach einer Saison, die für die Black Wings und ihren Trainer viele Fragen aufgeworfen hat, soll der Neustart in Linz nun mit einem jüngeren und veränderten Kader gelingen.

Bild: Black Wings Linz/Eisenbauer

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