ICEHL

Wie schlagen sich die ICEHL-Topabgänge in den anderen Ligen? – Teil 1

Die ICE Hockey League hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Legionäre hervorgebracht, die auch außerhalb der Liga für Furore sorgen. Doch wie schlagen sich jene Cracks, die der Liga nach der Saison 2025/26 den Rücken gekehrt haben? Der Blick auf ihre neuen Stationen zeigt, wie unterschiedlich die Wege nach dem ICEHL-Abschied verlaufen. Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf Mathias From, Brett Pollock und Travis Barron. 

Mathias From – ehemals KAC, jetzt Kiekko-Espoo (Finnland) 

Mathias From hinterließ beim EC-KAC große Fußstapfen. Der dänische Flügelstürmer steigerte sich in seiner zweiten Saison in Klagenfurt nochmals deutlich und wurde 2025/26 mit 27 Toren und 28 Assists zum offensiven Aushängeschild der Rotjacken. Mit 55 Punkten aus 46 Grunddurchgangsspielen gehörte er zu den produktivsten Spielern der gesamten ICEHL. Auch seine Plus-minus-Bilanz von +21 unterstrich, dass sein Einfluss über das reine Toreschießen hinausging.

Für From ging es danach nach Finnland zu Kiekko-Espoo, wo Ex-VSV-Coach Jyrki Aho das Sagen hat. Der Start in der Liiga ist durchaus ordentlich: Er steht bei sechs Toren und vier Assists aus 14 Spielen. Damit kommt er auf rund 0,71 Punkte pro Partie – ein durchaus starker Wert für eine Topliga wie die finnische „Liiga“.  Ein interessanter Hintergrund ist seine NHL-Vergangenheit auf dem Papier: Die Chicago Blackhawks wählten From 2016 in der fünften Runde an Position 143. Zu Einsätzen in der NHL kam es laut den vorliegenden Karrieredaten allerdings nicht. Stattdessen etablierte er sich über Stationen in Schweden, Deutschland und Dänemark als international erfahrener Profi. Nach seinem Durchbruch in der ICEHL ist Finnland nun der nächste Schritt.

Brett Pollock – ehemals HC Bozen, jetzt HK Nitra (Slowakei) 

Brett Pollock kam 2025/26 beim HC Bozen auf Touren. Der Kanadier erzielte in 48 Grunddurchgangsspielen 17 Tore und bereitete 32 weitere Treffer vor. Mit insgesamt 49 Punkten war er ein wichtiger Bestandteil der Bozner Offensive und bewies, dass er nicht nur als Vollstrecker, sondern ebenso als Vorbereiter wertvoll ist. Seine Plus-minus-Bilanz von +14 passte zu einer insgesamt starken Saison. Nach nur einer Spielzeit in der ICEHL zog es Pollock zurück in die slowakische Extraliga. Mit HK Nitra spielt er in einer Liga, die er bereits aus seiner Zeit bei HC Košice kennt. Dort hatte er vor seinem Wechsel nach Bozen drei Saisonen verbracht und sich kontinuierlich gesteigert: 2023/24 gelangen ihm 40 Punkte in 50 Spielen, 2024/25 waren es sogar 42 Punkte in 44 Partien. Auch in den Play-offs zeigte er sich produktiv.

Der Start in Nitra fällt im Vergleich zu seiner letzten ICEHL-Saison bislang verhaltener aus. Nach zehn Ligaspielen stehen ein Tor und vier Assists zu Buche. Das ist kein Fehlstart, aber auch noch nicht das Niveau, das er in Bozen gezeigt hatte. Sein Lebenslauf bringt einiges an internationaler Erfahrung mit. 2014 wurde Pollock von den Dallas Stars in der zweiten Runde an Position 45 gedraftet. Der Sprung in die NHL gelang ihm jedoch nicht. Stattdessen sammelte er Einsätze in der AHL und ECHL sowie Erfahrungen in Deutschland, Schweden und der KHL. In der Slowakei kennt er das Umfeld bereits, was ihm bei der Anpassung helfen dürfte. 

Travis Barron – ehemals Black Wings Linz, jetzt Dukla Trencin (Slowakei) 

Travis Barron gehörte in der Saison 2025/26 zu den wichtigen Offensivkräften der Steinbach Black Wings Linz. Der kanadische Mittel- und Flügelstürmer sammelte in 45 Grunddurchgangsspielen 18 Tore und 24 Assists. Mit 42 Punkten war er ein verlässlicher Scorer für die Stahlstädter. Nach mehreren Jahren in Nordamerika gelang ihm in seiner ersten Saison in Europa damit ein überzeugender Einstand.

Nach seinem Abschied aus Linz führte Barrons Weg in die Slowakei zu HK Dukla Trenčín. Dort hat er sich zu Beginn der Saison 2026/27 bereits als treffsicherer Angreifer präsentiert: Nach zehn Spielen stehen fünf Tore und zwei Assists zu Buche. Besonders die fünf Treffer stechen hervor. Während er in Linz seine Punkte noch relativ ausgeglichen über Tore und Vorlagen sammelte, ist er in Trenčín bislang vor allem als Vollstrecker gefragt.

Dass Barron über reichlich Erfahrung verfügt, zeigt ein Blick auf seine nordamerikanische Laufbahn. 2016 wurde er von der Colorado Avalanche in der siebten Runde an Position 191 gedraftet. Der Sprung in die NHL blieb ihm zwar verwehrt, dafür absolvierte er mehrere Spielzeiten in der AHL, unter anderem für die Colorado Eagles und die Tucson Roadrunners. Auch in der ECHL war er aktiv und gewann mit Colorado den Kelly Cup. 

 

Bild: HCI / PAPA Productions

 

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