ICEHL

Spielergewerkschaft fordert Ganzjahresverträge in der ICEHL!

Die Spieler:innen-Gewerkschaft younion fordert erneut eine Ausweitung von Ganzjahresverträgen in der ICE Hockey League. Hintergrund sind die Ergebnisse einer Umfrage unter rund 130 Spielern sowie die arbeitsrechtlichen Risiken, denen viele Profis während der Sommermonate ausgesetzt sind.

Viele Verträge enden bereits nach der Saison

Laut der Erhebung laufen die meisten Verträge lediglich über neun Monate und enden mit dem Saisonende im Frühjahr. Rund ein Viertel der Arbeitspapiere endet sogar unmittelbar nach dem letzten Saisonspiel, während lediglich zwölf Prozent der Spieler ganzjährig bei ihrem Verein angestellt sind, wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichten.

Bei den längerfristigen Verträgen nimmt der EC-KAC eine Sonderrolle ein: Mehr als die Hälfte der Spieler verfügt dort über Verträge mit einer Laufzeit von mindestens drei Jahren. Auch der EC VSV setzt vergleichsweise häufig auf langfristige Vereinbarungen. Am anderen Ende der Skala finden sich Innsbruck und die Pioneers Vorarlberg, wo Einjahresverträge deutlich überwiegen.

Tragischer Fall zeigt die Problematik

Als Beispiel für die Risiken verweist Gewerkschaftsvorsitzender Sascha Tomanek auf den Fall des ehemaligen Verteidigers Corin Konradsheim. Der Salzburger erlitt im Sommer 2017 auf dem Weg zu einer freiwilligen Trainingseinheit einen folgenschweren Verkehrsunfall. Da sein Vertrag beim neuen Verein zu diesem Zeitpunkt noch nicht gültig war, wurde der Unfall rechtlich nicht als Arbeitsunfall anerkannt.

Der Fall gilt für die Gewerkschaft als mahnendes Beispiel dafür, weshalb Profis auch außerhalb der Saison besser abgesichert werden sollten. Obwohl viele Spieler in den Sommermonaten arbeitslos gemeldet sind, müssen sie sich bereits intensiv auf die kommende Saison vorbereiten und Fitnessvorgaben erfüllen.

Bewegung bei den Ganzjahresverträgen

Seit mehreren Jahren setzt sich die Gewerkschaft für zwölfmonatige Beschäftigungsverhältnisse ein. Laut Tomanek könnte das Thema nun wieder Fahrt aufnehmen. Unterstützung komme unter anderem von den Black Wings Linz, den Vienna Capitals und dem EC VSV.

Als Vorreiter gilt weiterhin EC Red Bull Salzburg, wo bereits ein Großteil der Spieler ganzjährig unter Vertrag steht. Auch beim KAC läuft knapp die Hälfte der Verträge über zwölf Monate.

Pic: BWL/Eisenbauer

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