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KAC-Nachwuchsarbeit: Alex Mellitzer über Potenzial, Entwicklung und klare Prinzipien

KAC-Assistant-GM und Nachwuchscoach Alex Mellitzer erklärt im Interview mit der „Kleine Zeitung“, worauf es in der Ausbildung junger Eishockeyspieler ankommt, warum sich Potenzial nicht sicher vorhersagen lässt und welche Eigenschaften für ihn unverzichtbar sind.

Potenzial lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen

Die Nachwuchsarbeit des EC-KAC profitiert laut Alex Mellitzer von erfahrenen und professionellen Trainerteams und Betreuern. Viele von ihnen sind selbst beim Verein groß geworden und kennen dessen Philosophie daher genau.

Ein zentrales Ziel sei es, das Potenzial jedes Spielers bestmöglich auszuschöpfen. Dabei müsse auch die individuelle Entwicklung berücksichtigt werden. Für manche könne ein Wechsel ins Ausland der richtige Schritt sein. Grundsätzlich sieht Mellitzer zudem die Alps Hockey League (AHL) als interessante Perspektive – sowohl für heimische Talente als auch für die Rekrutierung ausländischer Spieler.

Wie weit sich ein junger Spieler entwickeln kann, lasse sich allerdings nicht zuverlässig vorhersagen. Neben den Fähigkeiten am Eis und den körperlichen Voraussetzungen seien zahlreiche weitere Faktoren entscheidend. Deshalb tauschen sich die Verantwortlichen aus, analysieren Stärken und Schwächen und versuchen durch unterschiedliche Trainingsformen und Tests, die Entwicklungsmöglichkeiten besser einzuschätzen.

Der Sprung in die Kampfmannschaft braucht Fingerspitzengefühl

Dass junge Spieler erstmals in der Kampfmannschaft zum Einsatz kommen, sei nicht gleichbedeutend mit einer langfristigen Etablierung. Mellitzer betont, dass es dafür viel Fingerspitzengefühl brauche. Entscheidend seien die spielerische Entwicklung und Erfolgserlebnisse. Rückschritte könnten dazugehören und müssten richtig eingeordnet werden.

Auch der Umgang mit weniger Eiszeit und möglichen Selbstzweifeln sei ein wichtiges Thema. Die Entwicklung verlaufe individuell: Während manche Spieler bereits mit 18 Jahren weit seien, benötigten andere bis zum Alter von 24 Jahren. Eine realistische Selbsteinschätzung und die Fähigkeit zur Selbstreflexion seien daher besonders wertvoll.

Darüber hinaus legt Mellitzer großen Wert darauf, dass Nachwuchsspieler mit Kritik und Konkurrenz umgehen lernen. Weil die KAC-Nachwuchsteams in der vergangenen Saison – mit Ausnahme der U18 – ihre jeweiligen Altersklassen gewannen, seien internationale Vergleiche besonders wichtig. Sie eröffneten neue Perspektiven und zeigten den Spielern, wo sie im Vergleich zu anderen stehen.

Technische Details und respektvoller Umgang

Aus seiner eigenen Karriere auf hohem Niveau weiß Mellitzer, wie wichtig technische Feinheiten sind. Dazu zählen für ihn etwa die richtigen Laufwege, der Schulterblick und die Positionierung auf dem Eis. Viele dieser Details hätte er selbst gerne früher gelernt.

In der täglichen Arbeit setzt der Nachwuchscoach auf ehrliche, direkte Kommunikation und ein positives Auftreten. Professionalität müsse nicht bedeuten, sich selbst zu ernst zu nehmen. Gegenseitiger Respekt und eine gewisse Lockerheit seien wichtige Voraussetzungen, um Vertrauen aufzubauen. Bei drei Dingen gibt es für Mellitzer allerdings keine Diskussion: Disziplinlosigkeit, Unpünktlichkeit und Unfreundlichkeit sind für ihn absolute No-Gos.

Sablattnig und die Torhüter überzeugen

Besonders beeindruckt zeigt sich Mellitzer von Tobias Sablattnig. Er hebt dessen Spielintelligenz und die Fähigkeit hervor, Gegenspieler gezielt zu provozieren. Auch die Entwicklung auf der Torhüterposition stimmt ihn positiv. Dort werde ebenfalls hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet, wie die nachkommenden Goalies zeigen.

Pic: www.sport-bilder.at

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