HC Bozen

HC Bozen-Boss Dieter Knoll zieht nach turbulentem Transfersommer Bilanz und setzt auf Trendwende!

Der HC Bozen hat seine Kaderplanung für die kommende Saison abgeschlossen. Nach einem turbulenten Transfersommer und den jüngsten Verpflichtungen von Goalie Louis Domingue sowie Headcoach Antti Karhula befindet sich die Mannschaft nun im Trainingslager. Klub-Boss Dieter Knoll sprach gegenüber „Sportnews.bz“ über finanzielle Herausforderungen, den eingeschlagenen Kurs mit jungen Spielern und die Ziele der „Foxes“.

Finanzielle Herausforderungen und neue Ausrichtung

Die vergangenen Monate seien für Bozen keineswegs einfach gewesen, erklärte Knoll. Neben dem frühen Saisonende hätten auch das neue Sportgesetz, das den Verein laut Knoll jährlich rund 400.000 Euro koste, sowie steigende Gehaltsforderungen nordamerikanischer Spieler die Kaderplanung erschwert. Gleichzeitig soll sich der HC Bozen sportlich verändern. Künftig möchte der Klub verstärkt auf junge Spieler setzen. Mit Nicolò Remolato, Jakob Fuchs, Enrico Larcher und Noah Frick stehen vier U24-Spieler im Kader.

Knoll wünscht sich, dass sowohl in der Offensive als auch in der Defensive regelmäßig ein Platz für die jungen Akteure reserviert bleibt. Dennoch sei klar, dass die sportlichen Ansprüche in Bozen weiterhin hoch seien: Eine Mannschaft, die die Playoffs erreicht, müsse weiterhin das Ziel sein.

Große Erwartungen an Louis Domingue

Als eine der spektakulärsten Verpflichtungen des Sommers gilt zweifellos Goalie Louis Domingue. Knoll misst der Torhüterposition große Bedeutung bei und erwartet sich vom ehemaligen NHL-Goalie einen entscheidenden Faktor.

Domingue bringe die Fähigkeit mit, auch schwierige Situationen zu entschärfen. Knoll machte deutlich, dass der Kanadier für ihn ein außergewöhnliches Kaliber darstellt. Der Torhüter kennt zudem Blake Hillman, Turner Elson und Cristiano DiGiacinto bereits aus gemeinsamen Stationen, was den Wechsel zusätzlich erleichtert haben soll.

Mit Marco Costantini steht außerdem ein weiterer Import-Goalie im Kader. Hintergrund ist der Abgang von Gianluca Vallini, der sich mehr garantierte Einsatzzeit gewünscht hatte. Knoll konnte ihm diese Zusage jedoch nicht geben.

Kapitänsfrage noch offen – Frank soll verbunden bleiben

Nach dem Abschied von Klub-Urgestein und Kapitän Daniel Frank ist auch die Kapitänsfrage noch nicht entschieden. Knoll betonte allerdings, dass der Kontakt zu Frank bestehen bleiben soll. Langfristig könne sich der Klub vorstellen, den langjährigen Leistungsträger wieder in einer Funktion beim HCB einzubinden, möglicherweise als Bindeglied zwischen Mannschaft und sportlicher Leitung.

Auch Pascal Brunner hätte Knoll gerne gehalten. Der Spieler wollte jedoch einen Stammplatz, den ihm der Klub nicht garantieren konnte. Nun soll der Wechsel in die zweite Schweizer Liga seiner weiteren Entwicklung helfen.

Mehr Physis im Kader – Kivihalme als möglicher Überraschungsmann

Bei den Neuzugängen setzte Bozen laut Knoll verstärkt auf körperliche Präsenz. Stürmer Isaac Ratcliffe und der zwei Meter große Verteidiger Jackson van de Leest sollen dem Team zusätzliche Physis verleihen. Als möglichen Überraschungsspieler nannte Knoll hingegen Teemu Kivihalme. Der Verteidiger bringe seiner Einschätzung nach großes Potenzial mit und könnte in der kommenden Saison eine wichtige Rolle übernehmen.

Respekt für Pustertal – Bozen verweist auf seine Erfolge

Auch auf die starke vergangene Saison des HC Pustertal ging Knoll ein. Die „Wölfe“ seien in der abgelaufenen Spielzeit die bessere Mannschaft gewesen, räumte der HCB-Boss ein und zollte dem Finalisten Respekt. Gleichzeitig verwies Knoll auf die Erfolge des HC Bozen in der Vergangenheit. Mit 19 italienischen Meistertiteln und zwei ICEHL-Titeln sieht er den HCB weiterhin mit einem entsprechenden Vorsprung ausgestattet.

Hoffnung auf langfristiges Mailand-Projekt

Positiv blickt Knoll auch auf den Einstieg des HC Mailand in die ICE Hockey League. Bozen habe für die Aufnahme des neuen italienischen Klubs gestimmt. Entscheidend sei jedoch, dass sich das Projekt langfristig etablieren und wirtschaftlich auf gesunden Beinen stehen könne. Für den vergangenen Transfersommer habe es laut Knoll zudem eine Vereinbarung gegeben, wonach Mailand keine Spieler aus Bozen oder Pustertal mit laufenden Verträgen abwerben sollte.

Nach einer schwierigen und kostspieligen Transferperiode steht der Kader des HC Bozen nun jedenfalls. Mit einem neuen Trainer, einem hochkarätigen Torhüter und einer verstärkten Ausrichtung auf junge Spieler wollen die „Foxes“ in der kommenden Saison eine sportliche Trendwende schaffen.

Pic: Vanna Antonello

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