Zum Abschluss vor der anstehenden Nationalteam-Pause wartet auf den EC iDM Wärmepumpen VSV noch einmal eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe: Am heutigen Sonntagabend (Merkur Eisstadion Graz, Beginn: 17:30 Uhr, live auf ORF Sport+ und im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) treffen die Blau-Weißen auf den amtierenden Meister, die Moser Medical Graz99ers. Während die Steirer nach einem durchwachsenen Saisonstart zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen haben, wollen die Adler ihre wechselhaften Ergebnisse hinter sich lassen und mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause gehen. Dabei gilt es für die Mannschaft von Headcoach Pierre Allard nicht zuletzt, eine hartnäckige Negativserie gegen die Grazer zu beenden.
Die Ausgangssituation
Der EC iDM Wärmepumpen VSV geht nach einem spielfreien Freitag ausgeruht in das letzte Pflichtspiel vor der Nationalteam-Pause. Zuletzt mussten sich die Blau-Weißen am Mittwochabend auswärts beim Tabellenführer HCB Südtirol Alperia knapp mit 2:3 geschlagen geben. Trotz einer über weite Strecken engagierten Vorstellung und einer kämpferisch ansprechenden Leistung gelang es den Adlern nicht, Zählbares aus Bozen mitzunehmen.
Insgesamt gestalteten sich die vergangenen Wochen aus Villacher Sicht durchaus wechselhaft. Aus den letzten fünf Begegnungen resultierten zwei Siege, wobei die Adler insbesondere bei ihren jüngsten Niederlagen mehrfach nur knapp das Nachsehen hatten. Gegen den HC Falkensteiner Pustertal unterlag man erst nach Verlängerung mit 2:3, beim jüngsten Aufeinandertreffen mit Graz am 16. Oktober musste man sich in der heimischen Stadthalle mit 2:4 geschlagen geben. Dazwischen demonstrierten die Blau-Weißen mit einem 4:1-Heimerfolg gegen Ferencváros sowie einem souveränen 4:0 gegen Innsbruck ihr vorhandenes Potenzial.
Vor dem Duell in Graz rangiert der VSV mit 20 Punkten aus 14 Begegnungen auf dem zehnten Tabellenplatz der win2day ICE Hockey League. Der kommende Gegner hat zwei Partien mehr absolviert, hält bei 27 Zählern und befindet sich auf Rang sechs.
Die Moser Medical Graz99ers präsentieren sich nach einem zunächst durchwachsenen Saisonstart mittlerweile wieder deutlich stabiler. Aus den vergangenen sieben Meisterschaftsspielen konnten die Steirer fünf Siege feiern, lediglich gegen die Steinbach Black Wings Linz sowie gegen Ferencváros Budapest musste man sich geschlagen geben. Zuletzt setzte die Mannschaft von Headcoach Dan Lacroix am Freitagabend mit einem 3:1-Heimerfolg gegen den EC-KAC ein weiteres Ausrufezeichen. Die Grazer lagen dabei zu keinem Zeitpunkt im Rückstand und entschieden die Begegnung insbesondere dank ihrer Effizienz in den Special Teams für sich.
Wenig erfreulich fällt aus Villacher Sicht zudem die jüngste Bilanz im direkten Vergleich aus. Seit dem 28. September 2025 konnten die Adler gegen die Graz99ers keinen Sieg mehr einfahren. Unter Einbeziehung der letztjährigen Viertelfinalserie, in der sich die Steirer klar durchsetzten, stehen mittlerweile acht Niederlagen in Folge zu Buche. Auch das erste Saisonduell am 16. Oktober ging mit 4:2 an die Grazer. Eine Serie, die der VSV im Grazer Bunker unbedingt beenden möchte.
Der Gegner
Mit den Moser Medical Graz99ers wartet auf die Adler nicht nur der amtierende Meister, sondern eine Mannschaft, die trotz einiger personeller Veränderungen auch in der laufenden Saison über enorme individuelle Qualität verfügt. Hinter der Bande setzen die Steirer weiterhin auf Kontinuität: Headcoach Dan Lacroix, der die Grazer in der vergangenen Spielzeit zum historischen ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte geführt hatte, steht heuer gemeinsam mit Assistant Coach Darryl Williams in der Verantwortung.
Insbesondere in der Offensive verfügen die Grazer über zahlreiche hochkarätige Akteure. Allen voran Nick Swaney präsentiert sich erneut als offensiver Leistungsträger. Der US-Amerikaner führt die interne Scorerwertung mit acht Treffern und zwölf Vorlagen, insgesamt also 20 Punkten aus 15 Begegnungen, deutlich an und gehört damit auch ligaweit zu den produktivsten Angreifern. Hinter ihm folgen mit Josh Currie und Paul Huber zwei weitere Schlüsselspieler, die bislang 14 respektive 13 Scorerpunkte verbuchen konnten. Huber hält bei sieben Toren und sechs Vorlagen, während Currie mit vier Treffern und zehn Assists insbesondere als Spielgestalter überzeugt.
Zusätzliche Qualität bringen Kevin Roy und Kevin Conley in das Angriffsspiel der Steirer ein. Letzterer avancierte beim jüngsten 3:1-Derbysieg gegen den EC-KAC mit zwei Treffern zum Matchwinner. Auch der ehemalige Villacher Chris Collins gehört weiterhin zum Aufgebot der 99ers. In der Defensive zählt insbesondere Neuzugang Clay Hanus zu den auffälligsten Akteuren. Der offensivstarke US-Verteidiger konnte bereits 13 Scorerpunkte sammeln und unterstreicht damit seine Qualitäten im Spiel nach vorne.
Eine Herausforderung stellte für die Grazer zuletzt die Torhüterposition dar. Nach der längerfristigen Verletzung von Stammtorhüter Maxime Lagacé reagierte die sportliche Führung mit der Verpflichtung des finnischen Schlussmannes Henri Kiviaho. Der 32-Jährige, der zuletzt für Slovan Bratislava in der slowakischen Extraliga auflief, fügte sich rasch in das Mannschaftsgefüge ein und feierte bereits bei seinem ersten Ligaeinsatz gegen Innsbruck ein Shutout. Er soll dem Meister zumindest bis zur anstehenden Nationalteam-Pause zusätzliche Stabilität zwischen den Pfosten verleihen.
Die Special Teams im Vergleich
Ein interessanter Blick ergibt sich auf die Special Teams beider Mannschaften, insbesondere auf das Unterzahlspiel der Adler. Der VSV präsentiert sich in dieser Disziplin zuletzt ausgezeichnet und konnte seine Penalty-Killing-Quote kontinuierlich verbessern. In bislang 58 Unterzahlsituationen mussten die Blau-Weißen lediglich neun Gegentreffer hinnehmen. Das entspricht einer Erfolgsquote von hervorragenden 84,48 Prozent und bedeutet aktuell den Spitzenplatz in der ligaweiten Unterzahlwertung. Auch die Grazer wissen in numerischer Unterlegenheit zu überzeugen und rangieren mit einer Erfolgsquote von 82,09 Prozent auf dem fünften Tabellenplatz.
In Überzahl haben hingegen beide Mannschaften noch Verbesserungspotenzial. Der VSV hält bei einer Powerplay-Effizienz von 21,74 Prozent und nimmt damit den siebten Rang der Liga ein. Die Graz99ers kommen bislang lediglich auf 16,67 Prozent und liegen damit auf Platz zehn. Dennoch demonstrierten die Steirer beim jüngsten Erfolg gegen den EC-KAC, wie spielentscheidend ihre Special Teams sein können: Gleich zwei ihrer drei Treffer erzielten die Grazer in numerischer Überlegenheit.
Die personelle Situation
Erfreulich gestaltet sich die personelle Ausgangslage beim EC iDM Wärmepumpen VSV. Nach aktuellem Stand stehen Headcoach Pierre Allard sämtliche Akteure zur Verfügung. Die Blau-Weißen können die anspruchsvolle Auswärtsaufgabe beim amtierenden Meister somit voraussichtlich in Bestbesetzung in Angriff nehmen.
ecvsv.at Bild: VSV/Stefan









