Nach dem furiosen 7:2-Heimerfolg gegen den Milano Hockey Club wartet auf den EC iDM Wärmepumpen VSV heute bereits die nächste Aufgabe in der win2day ICE Hockey League. Um 17:30 Uhr gastieren die Vienna Capitals in der Villacher Stadthalle. Dabei kommt es zum direkten Duell zweier Tabellennachbarn: Beide Mannschaften halten nach sechs absolvierten Partien bei neun Punkten und gehen mit einem Erfolgserlebnis vom Freitagabend in das Aufeinandertreffen. Die Partie wird live auf ORF SPORT+ übertragen, zudem berichtet das Radio Kärnten Eishockey-Magazin live aus der Villacher Stadthalle.
Ausgangssituation
Die Blau-Weißen haben am Freitagabend beim langersehnten Heimauftakt ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Mit 7:2 fegten die Adler über Liga-Neuling Milano hinweg und feierten damit den dritten Saisonsieg. Nach sechs absolvierten Partien hält der VSV bei neun Punkten und rangiert unmittelbar hinter den Vienna Capitals auf Tabellenplatz neun. Auch die Wiener konnten am Freitag voll anschreiben. Die Mannschaft von Head-Coach Mike Stewart setzte sich vor heimischem Publikum mit 4:0 gegen den HC TIWAG Innsbruck durch und reist damit ebenfalls mit viel Selbstvertrauen nach Kärnten. Die Capitals liegen mit neun Punkten auf Rang acht und damit unmittelbar vor den Adlern.
Besonders auffällig war am Freitag die Effizienz beider Mannschaften im Powerplay. Sowohl Wien als auch Villach nutzten drei von vier Überzahlmöglichkeiten. Bei den Capitals schlugen Jakob Lilja sowie zweimal Jérémy Grégoire zu, für die Adler trafen Maximilian Rebernig, John Hughes und Ryan Sproul in numerischer Überlegenheit. Über die gesamte bisherige Saison betrachtet, wartet heute allerdings eine besondere Herausforderung auf das Villacher Penalty Killing. Die Capitals stellen mit großem Abstand das derzeit effizienteste Powerplay der Liga: Elf Treffer aus 19 Überzahlsituationen entsprechen einer beeindruckenden Erfolgsquote von 57,89 Prozent. Der VSV steigerte seine eigene Quote durch die drei Powerplay-Treffer gegen Milano deutlich und hält nun bei fünf Toren aus 24 Möglichkeiten beziehungsweise 20,83 Prozent. Auf der anderen Seite präsentiert sich das Villacher Unterzahlspiel bislang äußerst stabil. Die Adler überstanden 21 ihrer 25 Unterzahlsituationen und weisen mit 84 Prozent die drittbeste Penalty-Killing-Quote der Liga auf. Zudem gelang bereits ein Shorthander. Wien hält bei einer Unterzahlquote von 75 Prozent und kassierte fünf Gegentreffer in 20 Situationen. Auch bei der Chancenverwertung liegen beide Mannschaften aktuell mit rund neun Prozent nahezu gleichauf.
Auch die jüngste Bilanz spricht für die Adler: Der VSV gewann sieben der letzten zehn direkten Duelle mit den Vienna Capitals und entschied zudem die vergangenen drei Heimspiele gegen die Wiener allesamt für sich.
Der Gegner
Bei den Vienna Capitals wurde im Sommer an mehreren entscheidenden Positionen umgebaut. Die prominenteste Veränderung fand dabei hinter der Bande statt: Mit Mike Stewart übernahm eine echte VSV-Legende das Amt des Head-Coaches. Der Austro-Kanadier trug zwischen 2001 und 2010 neun Saisonen lang das blau-weiße Trikot und feierte mit den Adlern 2002 und 2006 zwei österreichische Meistertitel. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Stewart direkt in den Villacher Trainerstab, zunächst als Assistant-Coach, ehe er im Februar 2011 zum Head-Coach aufstieg und die Adler auch in der darauffolgenden Saison betreute. Danach führte ihn seine Trainerkarriere nach Deutschland, wo er unter anderem bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven, den Augsburger Panthern, den Kölner Haien und den Grizzlys Wolfsburg tätig war. Seit dieser Saison steht er erstmals bei den Vienna Capitals an der Bande.
Auch der Kader wurde prominent verstärkt. Auf der Torhüterposition reagierten die Wiener Anfang September auf Verletzungsprobleme und verpflichteten den schwedischen Spitzenkeeper Adam Reideborn. Der 34-Jährige bringt reichlich internationale Erfahrung mit: Neben 189 Spielen in der schwedischen SHL absolvierte er 154 Partien in der KHL und 116 Spiele in der Schweizer National League. Zudem gewann er zweimal die KHL-Meisterschaft und stand zuletzt beim SC Bern unter Vertrag.
Ein besonders hochkarätiger Neuzugang findet sich auch in der Defensive. Nick Bailen wechselte vom amtierenden Meister aus Graz nach Wien. Der offensivstarke Verteidiger gehörte in der vergangenen Saison zu den herausragenden Spielern der Liga und sammelte im Grunddurchgang in lediglich 39 Spielen 50 Scorerpunkte, nämlich elf Tore und 39 Assists. Auf dem Weg zum Meistertitel standen schließlich 62 Punkte aus 49 Partien zu Buche.
Auch offensiv verfügen die Capitals über viel Qualität. Shane Gersich wechselte nach seiner starken Vorsaison beim HCB Südtirol nach Wien. Der US-Amerikaner bringt unter anderem NHL- und AHL-Erfahrung mit und absolvierte fünf NHL-Partien für die Washington Capitals. In Wien stellte er seine Torgefahr bereits früh unter Beweis und erzielte beim ersten Saisonduell mit Innsbruck einen Hattrick.
Mit Ex-Adler Scott Kosmachuk steht zudem ein in der Liga bestens bekannter Angreifer im Kader. Der Kanadier kam bereits im Dezember 2025 nach Wien, wurde in seiner ersten Caps-Saison allerdings von einer hartnäckigen Verletzung gebremst. Zuvor hatte Kosmachuk unter anderem mit Salzburg den ICEHL-Meistertitel gewonnen. In 134 Grunddurchgangsspielen in der Liga verbuchte er 133 Scorerpunkte.
Für zahlreiche Wiener wird das Gastspiel am Sonntag zudem zur Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Marco Richter und Benjamin Lanzinger standen ebenso für den VSV auf dem Eis wie Christof Kromp, Sam Antonitsch und Raphael Wolf. Auch Lorenz Lindner, der gebürtige Spittaler, durchlief Teile seiner Ausbildung im Villacher Nachwuchs. Selbiges gilt für René Goldschmidt. Damit trifft der VSV am Sonntag auf eine Capitals-Mannschaft mit reichlich blau-weißer Vergangenheit.
Personelles
Personell sieht die Situation bei den Adlern vor dem zweiten Heimspiel der Saison deutlich besser aus. Nach aktuellem Stand muss das Trainerteam lediglich auf Thomas Vallant verzichten. Alle weiteren Akteure stehen für das Duell mit den Vienna Capitals zur Verfügung.
EC iDM Wärmepumpen VSV –
Vienna Capitals
Sonntag, 4. Oktober 2026 | 17:30 Uhr
Live auf ORF Sport+ sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin
www.ecvsv.at, Bild: EC VSV/STEFAN









