Graz99ers

Graz99ers drohen mit Auszug: Meister prüft Spielort Kapfenberg!

Der Streit um die Einstellung der Spitzensportförderung durch die Holding Graz spitzt sich zu. 99ers-Präsident Herbert Jerich kündigt mögliche Konsequenzen an und bringt einen Umzug nach Kapfenberg ins Spiel. Gleichzeitig betont er, alles dafür tun zu wollen, dass der Meister in Graz bleibt.

Bei den Moser Medical Graz99ers wächst der Unmut über die geplanten Sparmaßnahmen der Stadt Graz. Nachdem die Holding Graz ihr Sponsoring im Spitzensport einstellen wird, sieht Präsident Herbert Jerich den Eishockey-Meister massiv betroffen. Für den Klubchef steht dabei mehr auf dem Spiel als nur die Unterstützung der Kampfmannschaft.

„Wenn man die Kampfmannschaft wegbrechen lässt, gibt es auf Sicht auch kein Frauen- oder Special-Team“, warnt Jerich gegenüber der „Kronen Zeitung“. Die Entscheidung könnte seiner Ansicht nach langfristig auch Auswirkungen auf den Nachwuchs und weitere Bereiche des Vereins haben.

Kapfenberg als mögliche Alternative

Die Graz99ers zahlen laut Jerich pro Saison mehr als 400.000 Euro an Miete für die Nutzung der Eishalle – für Spiele und Trainingseinheiten sämtlicher Mannschaften bis hinunter zum Nachwuchs. Sollte der Spitzensport in Graz nicht mehr erwünscht sein, müsse sich der Klub nach Alternativen umsehen.

Eine mögliche Ausweichoption hat der Präsident bereits im Blick: Kapfenberg. Dort wollen die 99ers jedenfalls ein Testspiel vereinbaren, um die Bedingungen vor Ort auszuloten. Auch der Family-Day im November könnte nach den Überlegungen Jerichs bereits in der Kapfenberger Eishalle stattfinden.

Jerich will die Heimstätte in Graz behalten

Trotz der deutlichen Worte ist ein Umzug für Jerich nicht das erklärte Ziel. Er wolle alles in seiner Macht stehende unternehmen, um einen solchen Schritt zu verhindern. „Ich will unseren Fans ja nicht die Spiele in der Grazer Eishalle wegnehmen. Die 99ers gehören einfach nach Graz – das sollte dann aber die Politik auch so sehen!“, stellt der Klubchef klar.

Ein erstes sichtbares Zeichen im Konflikt hat der Verein bereits gesetzt: Das Wort „Graz“ wurde vorläufig bis kommenden Sonntag aus sämtlichen Schriftzügen, Namenszügen und Logos der 99ers entfernt (wir berichteten).

Ob es zu weiteren Konsequenzen kommt, hängt nun maßgeblich davon ab, wie sich die Situation rund um die Spitzensportförderung entwickelt. Klar ist: Der Meister macht Druck – und Kapfenberg könnte im Ernstfall mehr als nur eine Testspielstation werden.

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